Prüfen, rufen, drücken.

Der Paul hat auf http://alltagimrettungsdienst.wordpress.com/2013/03/25/aufruf/ dazu aufgerufen, der „Prüfen, rufen, drücken“-Kampagne entsprechend unsere eigene Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte in der wir geprüft, gerufen oder auch gedrückt haben. Oder alle drei auf einmal.

Meine Geschichte war vor ca. 5 Jahren, ich kam mit dem Zug aus Pusemuckel im Bahnhof an und schlenderte nach Hause. Auf dem Gehsteig sah ich in ca. 200m eine kurz taumelnde Person, die daraufhin auf den Boden glitt. Zwei Frauen mittleren Alters eilten hin und irgendwie ging es dann sehr schnell. Als ich da war, hatten die beiden Frauen wohl schon den Notruf abgesetzt und mit der Reanimation begonnen. Ich stellte mich kurz vor und wir wechselten uns mit der Druckmassage ab. Ich habe die Patientin in Ermangelung eines Notfalltuchs (sowas hier) im 30:2-Rhythmus über die Nase beatmet. Seitdem habe ich so eine Notfallmaske, aber egal.
Das lalülalü wurde lauter. Hurra! Hurra! Der RTW ist da.
Richtig klasse fand ich, dass die beiden Damen weiter gedrückt haben, obwohl der RTW ankam. Viele würden in so einer Situation aufstehen und vielleicht zur Seite gehen, da ja jetzt die Profis da sind. Die beiden haben sich nicht stören lassen, wir haben einen Rhythmus abgeleitet (Kammerflimmern), einmal defibrilliert und weiter gedrückt. Gemeinsam mit den Jungs vom RTW wurde die Pat. gemäß Algorithmus (damals noch die 2006er Leitlinie des ERC) behandelt, intubiert, Zugang gelegt und als der Notarzt eintraf, war dieser dann doch etwas konsterniert ob der nahezu kompletten Erstversorgung. Ich habe eine kurze Übergabe gemacht und dem Notarzt die Patientin übergeben. Der Notarzt wirkte anfänglich etwas gefordert in ein ihm unbekanntes Setting zu rutschen (was ich durchaus gut nachvollziehe kann) und machte leider einen etwas unfreundlichen und auch undankbaren Eindruck.
Ich bot noch meine Unterstützung beim Drücken an, die war aber nicht mehr gewünscht, was ich so auch OK finde. Ein RTW ist schon eng genug und nichts geht über ein gut eingespieltes Team.

Advertisements

4 Gedanken zu “Prüfen, rufen, drücken.

  1. Ging mir mal so ähnlich. Hab auch mit den RTW-Jungs ne recht saubere Erstversorgung abgeliefert (trotz 3 Bier meinerseits….) und hab dem irgendwann eintreffenden Notarzt den Pat. mit Zugang, intubiert und mit ROSC übergeben („Gut dass Sie da sind, der braucht gleich Narkose“). Der Kollege war auch kurz verwirrt. Aber wäre ich auch, glaub ich, wenn das andersrum passieren würde.

  2. Die Notfalltücher werden bei uns sogar in den Erste Hilfe Kursen des DRK verteilt, oder wurden zumindest mal eine gewisse Zeitlang. Da fällt mir ein ich brauch nen neues, hab meins verloren.

    1. Solange Du es nicht dabei hast, kannste Dich innerlich schon mal auf die nächste Freestyle-Reanimation OHNE Tuch einstellen…
      Murphy’s Law wacht über uns! 😉
      Seit ich das Ding am Schlüsselbund habe: Ruhe. Nichts als entspanntes Daherflanieren durch die Straßen dieses Städtchens. Schön.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s