Nous sommes unis.

Ich bin großer Fan von gutem Fußball, man könnte auch sagen der „Fußballkultur“. 11Freunde, Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs – das ist meine Welt. Ich favorisiere keinen einzelnen Verein, mag bestimmte Vereine dafür ganz und gar nicht und schaue aus oben genannten Gründen gerne mal ein Fußballspiel wenn es sich anbietet.
So wie gestern.
Ich hatte Bereitschaftsdienst und wir waren um kurz nach 20 Uhr fertig mit dem Tages-OP-Programm. Kurz vor Anpfiff erreichte mich der Anruf des Unfallchirurgen – Kind 5J., kombinierter Unterarmbruch, nüchtern, jetzt machen. Gut, dann also kein Fußball, sondern in den OP.
Ich ging also zu Lina, prämedizierte die kleine Lady und ihre aufgeregten Eltern, gab ihr was gegen Schmerzen und etwas zum Entspannen, klebte ein „Zauberpflaster“ (betäubt den Bereich in dem man später den Zugang legen kann) und ging in den OP. Die Narkose gestaltete sich problemlos, die Scheidung der Fraktur war etwas komplizierter da die Weichteilschwellung schon recht ausgeprägt war, kurzum – es dauerte.
Während der Narkose achte ich darauf, dass meine kleinen Kunden wie auf Watte liegen und es keine Druckstellen gibt. Kinder bekommen rasend schnell fies aussehende Druckstellen, wenn man nicht aufpasst. Dafür fühle ich mehrfach nach der Blutdruckmanschette, lege den Arm immer mal wieder etwas anders hin (Mikrolagerung) und achte darauf, dass keine Schläuche und Kabel auf der Haut liegen. Dabei bin ich schon recht nah an den kleinen Menschen und schlafende Kinder sind etwas wunderbares. In einem schlafenden Kind kann man so viel Gutes sehen und ich war sehr glücklich, diesen Beruf machen zu dürfen. Ich bekomme das wertvollste von zwei Menschen (den Eltern) übertragen, sie vertrauen mir, sie geben ihr Kind an mich ab. Kinder sind nicht nur kleine Menschen, sie sind etwas ganz besonderes, auch was z.B. die Dosierung der Medikamente angeht. Halber Mensch, halbe Ampulle funktioniert da nicht.
Ich bin also stets achtsam, wach, voll da, lasse die Kleinen keinen Moment aus dem Auge. Und diese Mischung aus Verantwortung für den Patienten, Vertrauen von den Eltern, der Ruhe des nachts operierenden Teams und dem Wissen hier ganz konkret geholfen zu haben ist etwas sehr schönes.
Gleichzeitig passierten ein paar hundert Kilometer weiter furchtbare Dinge von denen wir noch nichts wussten.
Lina lag so ganz friedlich da und als alles fertig war habe ich die Medikamente ausgemacht, konnte Lina tief schlafend die Beatmungsmaske  entfernen und sie wurde wach und plapperte fröhlich vor sich hin.
Als ich aus dem OP kam und auf mein Zimmer gehen wollte um den Rest des Fußballspiels und wenigstens die Zusammenfassungen der anderen Spiele schauen zu können sah ich es. Diese Menschen die vor einem Fernseher zusammen sitzen und etwas surreales anschauen. Es war am 11. September 2001 genauso. Damals in der Jugendherberge.
Es war sehr viel Ruhe da in der Ambulanz vor dem Fernseher und es wurde anders als sonst nicht gesprochen.
Der sonst so abstrakte Terror – allenfalls in fernen Ländern mit vielen Wüsten und kryptischen Städtenamen präsent – schafft es sonst ja höchstens mal in die Tagesschau. Suruç, Port El-Kantaoui, Dağlıca, das sind abstrakte Orte mit abstrakten Namen und das was dort passiert bleibt eben abstrakt. Daran ändert auch die Tagesschau nichts.
Aber Paris, das Stade de France, eine Brasserie, das ist sehr konkret. Das ist das Gegenteil von abstrakt und es berührt mich sehr, weil ich wie so viele andere Menschen genau dort schon unterwegs war. Zu wissen, dass an diesem mir bekannten Ort so schlimme Dinge passieren kann mich nicht kalt lassen.
Wenn Hass mit Hass beantwortet wird ist dies ein zutiefst primitives und verachtungwürdiger, barbarischer Akt der Grausamkeit. Bereits entstandenes Leid bei gefrusteten Perspektivlosen potenziert sich durch Terror in den Familien und Angehörigen der durch Rache Betroffenen, Verletzten und Toten. Auf Gewalt mit Gegengewalt zu antworten ist so simpel wie sinnlos, seit tausenden Jahren haben wir da nichts dazugelernt. Keiner kann diesen Krieg gewinnen.
Zu den ersten Eilmeldungen gesellten sich weitere Informationsfetzen und von Minute zu Minute fügte sich ein entsetzliches Mosaik zusammen.
Ich bin aus dem Alter raus in dem ich nach solcherlei Ereignissen mich einfach umdrehen könnte, Augen zu, schlafen. In meinem Kopf waren noch viele Gedanken und der Kontrast zwischen der schlafenden Lina und dem brennenden Paris hätte nicht größer sein können.
Am Morgen dann die Übergabe an den Diensthabenden, von ihm die Frage wie es mir ginge. Paralysiert sei ich, entgegnete ich ihm. Ich schilderte ihm in drei Sätzen und weitaus weniger ausführlich als hier geschrieben, wie ich die Ereignisse des Abends erlebt hatte.
Schroff entgegnete er mir im belehrenden Ton eines vor der Rente stehenden Sportlehrers: Tja, mein lieber Narkosedoc, ich weiß nicht was ihr alle Euch so anstellt. Solange wir unsere T-Shirts von kleinen Kindern in Bangladesch nähen lassen wird es diesen Terror immer geben. Das ist halt so.“
Ich bin auf diese Diskussion nicht eingestiegen, Visite, Übergabe, ab nach Hause.
Im Kern ist die Entstehung des Terrorismus sicher ein multimodales Problem, aber darf man deshalb so abgezockt reagieren? Was muss in und mit einem Menschen passieren damit ihn ein solcher Blutrausch kalt lässt?

_

(Ich bitte zu entschuldigen, dass an dieser Stelle vor ein paar Stunden ein bereits terminierter Artikel veröffentlicht wurde – den holen wir bei Gelegenheit nach.)

Advertisements

12 Gedanken zu “Nous sommes unis.

  1. ich hoffe, dass meine (und auch andere) kinder es eines tages besser machen und in frieden leben können… es ist wirklich schlimm, dass sie in eine so verkorkste welt hineingeboren werden.

  2. > Schroff entgegnete er mir im belehrenden Ton eines vor der Rente
    > stehenden Sportlehrers: „Tja, mein lieber Narkosedoc, ich weiß nicht
    > was ihr alle Euch so anstellt. Solange wir unsere T-Shirts von kleinen
    > Kindern in Bangladesch nähen lassen wird es diesen Terror immer geben.
    > Das ist halt so.“

    Fraglos keine sehr einfühlsame Reaktion.

    > […], aber darf man deshalb so abgezockt reagieren? Was muss in und
    > mit einem Menschen passieren damit ihn ein solcher Blutrausch kalt
    > lässt?

    Das allerdings ist auch eine seltsame Frage.

    Vermutlich passiert „in und mit“ einem solchen Menschen exakt dasselbe, was „in und mit einem Menschen“ passiert, den die Geschehnisse in Suruç, in Port El-Kantaoui, in Dağlıca und an so vielen anderen Orten der Welt tagtäglich weitgehend kalt lassen. Möglicherweise war er in Paris ebenso wenig wie in Suruç – oder er war schon in Port El-Kantaoui und deshalb bei den Geschehnissen dort berührt, aber nicht in Paris.

    Ich finde das nicht eigenartiger, eigentlich weniger eigenartig als eine Berührtheit, die oft im wesentlichen mit der medialen Darstellung bestimmter Ereignisse einherzugehen scheint.

    Abgesehen davon ist es nur natürlich, dass Menschen von Ereignissen, die Personen, Orte, Institutionen usw. betreffen, mit denen sie sich identifizieren, die ihnen örtlich, lebensgeschichtlich, kulturell, von der Nationalität oder der Religion oder gar familiär nahestehen, besonders betroffen sind und von andere Ereignisse, mögen diese objektiv auch viel grauenhafter sein, mehr oder weniger schulterzuckend als den Gang der Dinge abhaken.

    Insofern: ich verstehe, dass die Ereignisse von Paris jemanden emotional tief berühren oder gar paralysieren, wenn ich das auch für mich in keiner Weise nachvollziehen kann – ich verstehe aber genauso, dass anderen das eben anders geht. Problematisch wird es nur, wenn *jedes* schlimme Ereignis, jede Greueltat einen Menschen tief berührt, ganz gleich, wie weit sie räumlich, persönlich oder anderweitig entfernt ist, denn dann ist dieser Mensch nur noch paralysiert, weil jeden Monat, jede Woche, ja vermutlich jeden Tag Greueltaten furchtbarer Art begangen werden, Naturkatastrophen geschehen, Verbrechen begangen werden, Menschen leiden – oder wenn *gar kein* Grauen, kein Leid mehr durchdringt. Abgesehen davon ist es aber genauso richtig, von dieser wie von jener Schreckensnachricht betroffen zu werden oder eben auch nicht – völlig unabhängig davon, ob die mediale Maschinerie eine Art „Betroffenheitszwang“ vermittelt oder das Thema in den Nachrichten kaum vorkommt.

  3. Vielen Dank für diese Gedanken, die sehr plausibel und nachvollziehbar sind! Gut zu wissen, dass es solche Ärzte wie Dich gibt, und nicht nur die Abgezockten, die so oft in der (fast absoluten) Mehrheit scheinen. Obwohl Dein Kollege sicherlich inhaltlich nicht ganz falsch liegt…

  4. Ich finde den Kommentar des Diensthabenden einfach nur geschmacklos. Wie kann man solch ein Massaker zum Anlaß nehmen, zu besserwissern, wie sich auf Kosten Ermorderter und deren trauernden Angehörigen darzustellen???
    Andererseits: Es ist – zumindest für viele Menschen – eine emotionale Ausnahmesituation. Daher wollte er vielleicht auch einfach nur seiner Wut und Hilflosigkeit Ausdruck verleihen. Und wählte dafür Worte, die „hier draußen“ ganz anders ankommen.
    Ich würde diesen Menschen also an Deiner Stelle nach dem beurteilen, wie Du ihn sonst kennst. Es passiert uns doch allen mal, dass wir unter Streß etwas Saublödes von uns geben, das gar nicht so gemeint war.

  5. Es ist wirklich schwieriges Thema, welches man NICHT in ein paar Sätzen erklären kann.
    Ich bin außerdem wirklich müde von dem Thema, wenn man sich in den Sozialen Medien umschaut… soviel Halbwissen, soviel Ignoranz. Fakt ist: Es ist in Frankreich etwas sehr schreckliches passiert. Das sowas auch in Deutschland passieren wird, steht für mich außer Frage, es wird passieren. Das ist Religion. Egal welche. Und ich kann mich in den letzten 2000 Jahren an kein Zeitabschnitt ohne Krieg erinnern. Hierzu ein Zitat von Volker Pispers: „Immer ist die Rede von Religionsfreiheit. Ich befürworte das ja auch. Ich fänd das auch viel schöner, wenn wir alle religionsfrei wären.“

    Russland hat ALLE Länder dazu aufgerufen, endlich gemeinsam gegen den ISIS vorzugehen. Die Niederlande sind bis jetzt die einzigen, welche sich „gemeldet“ haben. Ich möchte hier einmal auf den Irak-Krieg hinweisen. Die USA hat damals den ganzen Irak in wenigen Tagen platt gemacht. Ich befürworte kein unüberlegtes Handeln, weil jede Kriegshandlung zieht Konsequenzen nach sich, es gibt keinen sauberen Krieg, aber das nur als Anmerkung. Es ging damals in erster Linie um wirtschaftliche Interessen. Und die Argumente in den Irak einzumarschieren, wurden eben, selbst von der US-Regierung als Lüge enttarnt. Es ist ein Teufelskreis. Selbst, wenn man den IS bekämpft hat, es herrscht ja trotzdem nicht direkt Frieden dann. Nur scheint der IS, nach dem was in Frankreich, nun schon zum zweiten Mal passiert ist (Charlie-Hebdo), eine akute Bedrohung zu sein und es muss gehandelt werden, das ist die Aufgabe einer Regierung bzw. in dem Fall der NATO.

    Hier noch etwas um das ein wenig besser zu verstehen: https://www.youtube.com/watch?v=EK-SngQIoyM
    Sogar vom ZDF!

    1. „Das ist Religion“ – Schwachsinn! Das sind widerliche, bösartige Menschen, die meinen, ohren Sadismus mit Religion legitimieren zu können.

  6. Wie auch immer, ich respektiere andere Religion, die sollen dann bitte auch meine nicht Zugehörigkeit zu irgendeiner Religion akzeptieren.

    Und weswegen werden denn die meisten aktuellen Kriege geführt, eventuell klingelt es da?

    1. Es klang oben nicht so, als würdest Du andere Religionen respektieren, sorry.
      Zum Thema WARUM Kriege geführt werden … tja. Weil es schlechte, böse Menschen gibt. Leider. Da kann man genau so gut sagen, es ginge um Geld, um Öl, um Macht. Ist doch einerlei: Es gibt Menschen, die wollen andreer Menschen beherrschen, um selbst ein angenehmeres Leben führen zu können. Ob durch Ausbeutung, Sklaverei, Unterjochung oder sonstwas. Diese Menschen tun, was sie wollen, leben dunkelste Triebe aus und fetig. Du hast ja Breivik angesprochen. Mal rein theoretisch überlegt, der wäre ein in den USA lebender Muslim gewesen, einfach durch den Zufall der Geburt; dann hätte der sicher auch eines Tages durchgedreht und ein Blutbad veranstaltet, meinst Du nicht? Sicher, es gibt immer Mitläufer. Menschen, die sich einfangen und aufstacheln lassen. Aber die Anführer? Die könnten genau so gut zufällig zB als „Weiße“ hier geboren worden sein und wären dann später vielleicht rechtsradikale Gewalttäter geworden, wer weiß das schon? Was ich damit sagen will, ist: Ein böser Mensch, so denke ich, der findet „seinen Weg“. So oder so. Dafür braucht er keine Religion.

  7. PS: Die TERRORisten in Frankreich, waren radikale Moslems. Man könnte jetzt meinen das hat alles nichts mit dem Islam zu tun, aber lassen wir das mal. Auch Breivik ordne ich natürlich als radikal ein, aber er war eben kein radikaler Moslem sondern Christ!! Das wird man sagen dürfen.

    Ich wäre allgemein einfach dafür , dass die Leute aufwachen und sich nicht gegenseitig unnötiges Leid, aufgrund einer Glaubensrichtung zufügen. Bestes Beispiel ist Nah-Ost-Konflikt… Israel, Palästina.

    1. > Das sowas auch in Deutschland passieren wird, steht für mich außer Frage, es wird passieren.
      > Das ist Religion. Egal welche.

      Das ist Unsinn – egal welcher. Weder für Terror noch für Kriege bedarf es der Religion, und sie ist auch nicht überwiegender Anlass für das eine oder andere, mag sie auch ab und an dafür instrumentalisiert werden.

      Die RAF war nicht religiös. Der NSU war nicht religiös. Beide Weltkriege wurden nicht aus religiösen Gründen geführt. Mindestens 6 Millionen Juden sind im Dritten Reich nun wirklich nicht aus Gründen der Religion ermordet worden, und auch die ~ 2,7 Mio. Opfer der stalinistischen Säuberungen und Deportationen haben ihr Schicksal keineswegs ihrer (oder seiner) Glaubesüberzeugung zu verdanken.

      > Auch Breivik ordne ich natürlich als radikal ein, aber er war
      > eben kein radikaler Moslem sondern Christ!!

      War er? Welche Bedeutung hat das denn, solange seine Tat nicht Ausdruck des Glaubens einer christlichen Kirche war? Keine – jedenfalls nicht mehr, als dass er weiß, männlich, möglicherweise Vegetarier oder eben keiner, usw. usf. war.

  8. Habe mir gerade deinen Blog durchgelesen und ich denke wir sind schon der gleichen Meinung… klar, wir müssen Flüchtlinge aufnehmen, weil diese genau vor dem fliehen, was in Frankreich passiert ist. ABER es muss ausreichend organisiert ablaufen, damit man eben genau solche Terroristen „rauspickt“.

    Deutschland hat sich auch damals aus dem Irak Krieg rausgehalten, manchmal agieren „wir“ etwas zu langsam, dafür aber besonnen und überlegt! Ich möchte nur mal auf einen Artikel von Donald Trump hinweisen… da kann man nur noch den Kopf schütteln. —> http://i.imgur.com/mFRZzVO.png

    Ja, klar, gebt jedem eine Waffe, für mehr Frieden auf der Welt… und dann noch „die USA seien verrückt, wenn sie Flüchtlinge aufnehmen“.

    1. Ich finde es nunmal wichtig, dass man nicht eine oder mehrere oder alle Religionen dafür verantwotlich macht, was ein paar wenige an Abscheulichkeiten begehen. Der Islam zB ist eine wundervolle Religion, die einem ein sehr philantropisches Leben „abverlangt“, wenn ich da mal allein daran denke, dass sehr beachtliche Spenden an Bedürftige zum Glaubensalltag gehört.
      Dass man alles irgendwie mit dem Glauben rechtfertigen kann, sollten „wir“ als Kinder von Kreuzfahrern, Hexenverbrennern, Judenverfolgern und Völkermördern doch wohl am besten Wissen. Und auch diese Gräueltaten hatten nichts mit dem christlichen Glauben zu tun, sondern haben diesen nur als Deckmantel für Machtgelüste und Perversitäten benutzt. Nicht umsonst heißt es, ein Krieg brächte die besten oder schlimmsten Seiten eines Menschen zum Vorschein: Oft zeigt sich nämlich erst dann, wenn man ungestraft und ungehindert und auch ungeächtet tun und lassen kann, was man will, wie man wirklich ist. Das beginnt bei „braven Familienvätern“, die als Soldaten foltern und vergewaltigen; was die da machen, ist im Grunde doch nichts anderes: Die leben ihre niedrigsten und abscheulichsten Triebe aus! Und ob man das jetzt unter dem Deckmantel einer Religion macht oder einer Ideologie oder sonstwas: Böse ist es immer!
      Das hat nichts mit der oder einer Religion zu tun und Punkt. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht weiß, ob man überhaupt von „dem Islam“ reden kann, es „DIE Scharia“ schonmal gar nicht gibt die Terroristen ja auch vor Muslimen „anderer Konfession“ nicht Halt machen (und davon gibt es viele).
      Das Plakat ist mir egal, jeder Mensch sollte für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Denn in Allem sind sich alle Religionen einig: Dass der Mensch einen freien Willen bekommen hat.
      Wer diesen Willen benutzt, um sich aus Dogmen dasjenige herauszupicken, mit dem er vor sich Verbrechen der schlimmsten Art rechtfertigt, dann hat er die Religion nicht verstanden; ein jede der großen Schriftreligionen fußt auf Liebe und Respekt gegenüber dem Leben und der Menschen. Und ich kann mir nicht vorstellen, wie entsetzt und wütend all die guten Menschen sein müssen, die sich voller Stolz und Liebe zum Islam bekennen und beinahe hilflos zusehen müssen, wie solche Unmenschen ihren guten, aufrichtigen und friedvollen Glauben verunglimpfen. Das Gefühl dürfte in etwa so beschissen sein, wie wenn ich als „moderner Abendländer“ an Rassisten oder Pädophile denke, die sich immer hhäufiger, so scheint es, direkt nebenan finden.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.