Kommsereinkönnserausgucken. Das erste Mal auf der Intensivstation.

Ich gehe mal davon aus, dass die allermeisten noch nie auf einer Intensivstation waren. Höchste Zeit mal eine paar Informationen dazu zu geben, was da so passiert. Vielleicht erspare ich dem einen oder anderen dafür ein wenig Stress.
Es ranken sich viele Mythen, Halb- und Unwissen um die Station hinter den milchglasbeschichteten Doppeltüren.
In den Niederlanden ist es daher in vielen Kliniken üblich, dass man vor großen Operationen (Prothesenimplantationen, kardiochirurgische Eingriffe etc.) mit den Patienten gemeinsam die Intensivstation besucht, auf der sie im Anschluss an die Operation wach werden.
Dies nimmt bereits im Vorfeld ganz viele diffuse Ängste weg, erleichtert aber auch vielen das Gespräch über eigene Vorstellungen eines selbstbestimmten Heilungsprozess (> Patientenverfügung).

Vor dem ersten Besuch steht die Frage nach den Besuchszeiten. Manche Intensivstationen sind immer zugänglich, andere bieten Kernbesuchszeiten an. Alle haben gemeinsam, dass man erstmal klingeln muss. Wir möchten nicht, dass andere Besucher Deine Mutter/Schwester/Tochter nackt sehen. Wir möchten auch wenn ein Patient abgeführt hat, dass erstmal wieder alles sauber gemacht wird, bevor der Besuch reinschneit. Dafür spielt es auch keine Rolle ob der Patient im Koma liegt oder nicht.
Überhaupt, Würde. Ein großes Wort. Sie zu erhalten ist eine Kunst, eine stetige Herausforderung und Aufgabe eines jeden Mitarbeiters.
Manchmal muss man priorisieren, Überleben geht z.B. nun mal vor Würde. Um bestmöglich helfen zu können müssen wir Menschen manchmal sehr schnell und komplett entkleiden. Bei einem Kreislaufstillstand müssen ggf. Katheter an Hals und/oder Leiste eingeführt, Drainagen in den Brustkorb eingebracht und Klebeelektroden auf Brust und Rücken angebracht werden. Deshalb gibt es für Vatti auch keinen schönen Trainingsanzug sondern das beliebte One-size-fits-all-Hemdchen. Für Kinder mit Clowns und Teddybären drauf. Für Vatti mit langweiligen Mustern (wer entwirft eigentlich sowas geschmackloses?).

Solange der Patient nach einer Operation wach ist, selbständig atmet und nur ein bißchen überwacht werden soll ist der Aufenthalt erstmal nicht viel anders als auf der Normalstation.
Anders als auf der Normalstation ist vielleicht der Monitor. Auf dem Monitor ganz oben ist eine grüne, zackige Linie – das EKG – und die zeigt uns an, dass es im Herz eine Aktivität gibt. Daneben steht noch eine Zahl z.B. 80 das entspricht in etwa dem Puls.
Ob diese Aktivität auch einen Effekt hat sieht man am Blutdruck. Dieser ist entweder eine fortlaufende (meist rote) Kurve und entspricht dem von Herzschlag zu Herzschlag gemessenen Blutdruck. Quasi eine Live-Übertragung. Das geht über einen kleinen Plastikkatheter, meist an der Handgelenksinnenseite oder in der Leiste.
Alternativ gibt es auch eine Blutdruckmessung über eine Blutdruckmanschette. Alle paar Minuten wird die Manschette aufgepumpt und lässt den Druck wieder ab und gibt diesen Blutdruck auf dem Monitor aus.  Zum Beispiel als „120/80 mmHg“.
Dann gibt es noch einen Clip auf einem der Finger (oder am Ohr oder an der Nase…) über den wir den prozentualen Sauerstoffgehalt im Blut messen können. Zum Beispiel als „99 %“.
Für jeden dieser Werte geben wir Grenzen ein.
Die Computer hinter den Monitoren vergleichen konsequent die gemessenen Werte mit den hinterlegten Grenzen. Die Grenzen können wir anpassen. Was für ein Kind normal ist, kann für einen Erwachsenen schon auffällig sein und umgekehrt.
Grundsätzlich stellen wir die Werte sehr großzügig ein. Ein Warnton bedeutet erstmal fast nichts. Es kann ein „Ist das in Ordnung?“ sein oder auch ein „Ich kann gerade keine Werte mehr messen“ bedeuten, z.B. weil der Clip vom Finger gerutscht ist.
Es gibt auch unterschiedliche Stufen von Alarmen. Tertiäralarme, Sekundäralarme, Primäralarme, Arrhythmiealarme oder auch Asystoliealarme. Alarm ist nicht gleich Alarm.
Dementsprechend entspannt darf man als Patient oder Besucher eben auch sein, wenn es am eigenen Bett bimmelt. Ihr könnt darauf vertrauen – wenn es wirklich wichtig ist, sind innerhalb von Sekunden mehrere Fachkräfte am Bett.
Es ist nicht nötig zu der Pflegekraft hin zu gehen und auf den Alarm aufmerksam zu machen. Wirklich nicht. Wir hören das und kommen gucken, wenn es von Relevanz ist.

Das erklärt auch den allgemeinen Lärmpegel auf einer Intensivstation. Beatmungsgeräte, Monitore, Dialysegeräte. Alle wollen uns was mitteilen und das bei zehn, manchmal zwanzig oder mehr Patienten. Dazu die Gespräche unter den Ärzten und Pflegenden, die Telefonate, Schubladen und Tastaturen.
Lärm ist ein großes Problem auf Intensivstationen, denn es bedeutet Stress für die Patienten und die Mitarbeiter. Lärm lässt sich nicht immer vermeiden, wir versuchen ihn aber auf ein Minimum zu beschränken.

Die Desinfektion der Hände ist auch noch ein wichtiger Punkt. Vor dem Besuch auf der Intensivstation ist der Besuch fast wichtiger als nach dem Besuch. Du hast zuhause gerade noch ein Stück Geflügelfleisch zu kleinen Streifen geschnitten? Dann bist Du soeben zum Überträger von MRSA, MRGN und vor allem ESBL-Bakterien geworden. Hochresistente Bakterien, die unseren Patienten das Leben schwer machen. Diese zu Unrecht als „Krankenhauskeime“ bezeichneten Krankheitserreger wurden in der Landwirtschaft gezüchtet, von Landwirten, Schlachtern und Tierärzten als Patienten ins Krankenhaus gebracht und überleben dort in einem stetig vorhandenen Pool von geschwächten, chronisch kranken Patienten.
Besodners an Türklinken aber auch auf fast allen anderen Oberflächen überleben diese Bakterien und werden vor allem per Handschlag weitergegeben.
Ich empfehle die Lektüre der Links. Vermeidet Halbwissen und schafft Grundlagen für den nächsten Party-Smalltalk über die schlimmen Krankenhauskeime.
Deshalb beim Betreten des Krankenhauses, vor dem Betreten der Intensivstation, nach dem Verlassen der Intensivstation und am besten auch nochmal am Ausgang die Hände desinfizieren.

Habe ich noch was vergessen?
Fragen gerne in den Kommentaren, Antworten dazu vielleicht in einem weiteren Beitrag.
Grüße von der Intensiv schickt,

der Narkosearzt

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22 Gedanken zu “Kommsereinkönnserausgucken. Das erste Mal auf der Intensivstation.

  1. Schöner Beitrag, aber (sorry) eine Anmerkung hätte ich zu „… ist der Aufenthalt erstmal nicht viel anders als auf der Normalstation.“
    Möglicherweise hat sich das inzwischen geändert, aber vor zwanzig Jahren gab es keine Radios oder Fernseher auf der Intensivstation, auf der ich lag. Und das ist (war) ein großer Unterschied.
    Wenn ich mich recht entsinne waren Kopfhörer verboten (Hygiene?), und ohne hätte es die anderen gestört, also gab es die Geräte gar nicht erst.

    Da kann eine Nacht seeeehr lang sein, wenn man vorher 20 Stunden geschlafen hat. Und wenn es nichts anderes zu tun gibt, und man dank der ganzen Kabel keine Chance hat zu kratzen, fange Thrombosestrümpfe unglaublich an zu jucken…

  2. Hi danke für diesen beitrag auch wenn ich vieles schon erleben musste… ich bin lange leserin in deinem Blog und würde mich sehr über deine Meinung zu meinem blog bzw den fachlichen Problemen freuen..
    Mutgegenmacht bei WordPress. ..danke…

  3. Intensivstationen sind was tolles, die Pfleger/in sind meistens sehr nett und man bekommt sogar Nachts essen… nur der Zugang, meist in der Hand, nervt ziemlich beim schlafen. Es ist aber eben nur ein kleiner Schlauch.

    Um nochmal Krankenhauskeime aufzufassen… es gibt bestimmte Antibiotika die man dann bekommt, falls diese nicht anschlagen, was leider sehr häufig der Fall ist, wird man mit einem sehr toxischen Antibiotika behandelt. Folgen können (sind häufig) sein: Dialysepflicht, da die Nieren durch das Medikament zerstört werden.

    Ähnlich wie bei einer Chemo, wo eben leider eigene Körperzellen mit zerstört werden. Bei Krebs ist der Unterschied nur, dass man sowas nicht vorhersehen kann, es gibt Risikofaktoren, mehr aber auch nicht.

    MRSA, VRE und EBSL kann man durch Händewaschen verhindern! Brandgefährliche Krankheit, aber leider trotzdem bei vielen noch nicht angekommen. Also Hände waschen!

    1. Naja, ich würde sagen, dass Intensivstationen nicht unbedingt etwas tolles sind. Klar, wenn du mit einem Zugang da liegst und das mootone piepsen dich beruhigt schlafen lässt, du morgens selbst essen kannst und dich alleine auf den Toilettenstuhl setzen kannst, mag die Intensivstation vielleicht nicht so das bedrohliche haben. Liegst du mit zig Schläuchen da, bekommst entweder zu viel oder zu wenig mit, sieht die Sache ganz anders aus.
      Ich weiß nicht in welcher Situation du auf Intensivstationen lagst. Wenn es sozusagen „intensiv light“ war, freue ich mich für dich, dass du es so gut erlebt hast, muss aber sagen, dass dies absolut nicht das bild eines schwer kranken Patienten (wie es meist ja die Menschen sind) widerspiegelt.
      Lagst du in der „high medicine“ finde ich dein verhalten eher befremdlich… Sogar ich als Patient, Besucher und Rettungsassistentin habe das anders erlebt.

  4. Mehrmals mit status asthmaticus, eben nur zur Überwachung… und dann einmal nach einem schweren Motorradunfall… die waren sich nicht ganz sicher, ob nicht doch was blutet.

    Ich war 2 Tage auf der Intensiv und durfte dann auf Station, ich persönlich kann eben nur sagen, dass die Intensiv deutlich angenehmer war. Auf der normalen Station hat man außerdem mindestens ein 2-Bett-Zimmer. Hatte eine Woche lang nen alten Mann mit Schwerhörigkeit neben mir, der laut geschnarcht hat und immer vor Schmerzen gebrüllt hat. Verlegung in ein andere Zimmer war nicht möglich, da kein Platz.
    Außerdem waren die Schwester, aufgrund von Zeitmangel, naja recht unfreundlich, habe denen das nicht übel genommen, die haben da eben noch 20 Andere Patienten nach mir, welche Hilfe brauchen.

    Die Erfahrung habe ich halt so gemacht. Natürlich ist es in der Regel für viele unschön auf der Intensiv zu liegen, da es den Patienten meist sehr schlecht geht. Mache zurzeit ein Praktikum und natürlich ist eine Visite auf der Intensiv sehr unschön.

    Im übrigen: Habe nochmal eine OP gehabt, in einer Privat-Klinik, sowas geht mit Einweisung auch als Kassenpatient. Hier ist es natürlich nochmal komplett anders, viele Schwester, alle sehr nett, weil eben die Zeit da ist.

    Ich hoffe ich konnte das Missverständnis aufklären.

    Lg

  5. Oh ja! Gaaanz viele Fragen… Nicht nur zur Intensivstation.

    1. Was ist für Sie die unangenehmste Tätigkeit in Ihrem Beruf?

    2. Ekeln Sie sich denn nie? Wenn doch, wovor? Es gibt ja Menschen, die würde ich persönlich nicht mit der Kneifzange anpacken.

    3. Lästern Sie mit Ihren Kollegen über Patienten? Wenn ja, worüber?

    4. Als Patient war es für mich immer ein äusserst peinlicher Moment narkotisiert zu werden. Man verliert die Kontrolle über seine körpereigenen Fähigkeiten, weiß nicht, was geredet wird und man hat die Gewissheit in wenigen Minuten splitterfasernackt vor völlig fremden Menschen zu liegen und befürchtet bis ins Detail begutachtet zu werden.
    Und auch wenn man dann mal wieder halbwegs beieinander ist, weiß man nicht mehr, was man denn so beim Aufwachen alles erzählt hat.

    Wie ist das denn so in der Wirklichkeit auf der professionellen Seite?

    Herzliche Grüße,
    Beluga

  6. Ich war bisher nur einmal als Besucherin auf einer Intensivstation.
    Die Händedesinfektion wurde nicht überwacht und die Plastikschürzen erschienen mir etwas lächerlich, war doch damit kaum etwas bedeckt.
    DIe Umgebung an sich empfand ich nicht als bedrohlich, aber ich war ja zum Glück nur Besucherin.
    In dem Krankenhaus gab es grundsätzlich auch Besuchszeiten, doch wurde uns erlaubt jederzeit zu kommen, da das Ende leider schon absehbar war.

  7. Ich will hier eigentlich nicht immer den Blog zuspamen, aber hätte da mal wieder eine Frage… ich hoffe es wird mir verziehen 😛

    Folgendes –> Eine Freundin von mir hat Darmkrebs, welcher metastasiert ist, in Richtung Magen (zurzeit Stadium 3).
    Sie hat natürlich starke Schmerzen und bekommt recht starke Analgetika. Nun war Sie im Krankenhaus und wurde operiert. Ein Tag bzw. in der Nacht nach der OP, um etwa 3:00 Uhr kam eine Nachricht, ihr wäre sehr kalt.
    Außerdem hat Sie starke Schmerzen und ihr gehe es überhaupt nicht gut. Ich habe mir dann mal ihre Medikation geben lassen, neben ein paar Antidepressiva kamen dann die Opioide ans Licht: Tilidin Tropfen (!) 1-1-1 jeweils 100mg + bei b.B, dazu Hydromorphon 32mg 0-0-1

    Sie hat dazu im KH i.v Morphin und Piritramid bekommen. Die Hydros wurden weggelassen. Tilidin ist geblieben.
    Nur mal für die Mitleser:
    Tropfen, Kapseln und andere schnellwirkende Präperate sollten niemals als Dauermedikation eingesetzt werden. Es muss immer ein Wirkstoffspiegel erhalten werden, in diesem Fall müsste man die Hydromorphon erhöhen auf zB. 1-0-1 und dazu etwas schnellwirkendes wie Hydromorphonkapseln.

    Nun: Ihr war also kalt, sie hatte Schmerzen. Was ist denn Tilidin seit 2013, richtig… BtM! Warum? Weil wegen Missbrauch. Das hat zusätzlich zur BtM Änderung die Folge, dass allen Tilidin Formen, egal ob Retard (die sind übrigens immer noch nur verschreibungspflichtig) Tropfen oder Kapseln, der Wirkstoff Naloxon hinzugefügt wurde.

    Kurze Erklärung: Naloxon ist ein Antagonist und wird in der Regel bei Opiatüberdosierung gegeben… i.v in einer recht geringen Dosis (0,4mg). Oral wirkt Naloxon eigentlich (!) nicht. Zum Vergleich Tilidin 100mg enthält 8 mg Naloxon. Es soll verhindern, dass man die Tabletten auflöst und spritzen kann, kann man zwar immernoch machen, aber wie oben erwähnt, verdrängt das Naloxon alle Opiate/Opioide und man hat nix davon.

    Oral wird Tilidin eben eigentlich nicht wirksam. In diesem Fall wurde es aber doch wirksam. Die frisch operierte Patienten wurde also entzügig und typische Symptome sind eben frieren usw.
    Die Ärzte im KH haben es nicht erkannt, trotz mehrmaliger Nachfrage ihrerseits. Nach Absetzen des Tilidins und erneuter Gabe der anderen Opiate war wieder alles gut und die Schmerzen weg, es trat auch nicht noch einmal auf.
    Für mich der Beweis, das es eben das vermutete war.

    Hier aber nochmal explizit an den Doc, schon einmal ähnliches erlebt? Ich war mir eigentlich sicher, dass es in der Praxis niemals zu sowas kommen kann. Wobei man dazu sagen muss, seit Beimengung des Naloxon, wurde die Maximaldosis von Tilidin auf 400mg limitiert.

    Für mich sind hier übrigens mehrere fatale Fehler passiert.

    1. Es wurde ein starkes Opiat mit einem schwachen Opioid gemischt. (Hydromorphon Potenz = 8 , Tilidin = 0,2)
    2. Es wurde die Höchstdosis nicht eingehalten.
    3. Es wurde selbst auf Nachfrage nichts unternommen. Für einen Arzt müssten die erwähnten Symptome wie frieren, doch mehr als ausreichen.

    Würde mich über eine Meinung dazu freuen…

    1. Hallo peripher,
      Du weißt, dass ich hier keine Tipps geben darf und werde. Das würde ausufern.
      Du hast aber doch schon gut recherchiert und es ist doch auch am Ende gut geworden > also (fast) alles bestens!
      Die Geschichte zeigt ja zwei wichtige Erkenntnisse:
      1) bist Du im KH und hast keinen der auf Dich aufpasst bist Du verloren.
      2) es gibt nichts was es „nicht gibt“, jeder Mensch ist sein eigenes Experiment.
      Alles Gute aus der Ferne!
      Der Doc

      1. Chrrrz, so verstanden.

        Hatte einen Tag nach deinem Kommentar Geburtstag.

        Wenn es mir gestattet ist, würde ich mir neue Beiträge wünschen. Der Blog ist nämlich einzigartig und hat mich letztendlich dazu gebracht Medizin zu studieren. Wäre schade, wenn hier jetzt nichts mehr kommt.

        Chrrrz.

  8. Vielleicht könnte man bei elektiven Eingriffen im Rahmen der Anästhesieaufklärung tatsächlich auch in Deutschland einen Besuch der anstehenden Intensivstation ermöglichen.
    Meiner Erfahrung nach ist die Intensivstation aber sowieso bis zum Anschlag voll mit Patienten, so dass man sich kein Zimmer näher angucken kann (Datenschutz). Das Team ist meistens auch nicht so begeistert, wenn im Frühdienst, in dem die meisten Aufklärungen passieren, noch mehr Leute auf der Intensivstation sind, als unbedingt notwendig.

    Trotzdem würden vielleicht weniger Patienten post OP an den Schläuchen herumzerren und im Bett herumtigern, wenn man sie im Vorfeld ein wenig besser auf Zeit nach der OP vorbereitet werden würden.

    Ich würde mir eine bessere Aufklärung der Patienten in Bezug auf Isolationsmaßnahmen wünschen. Ich weiß nicht wie oft ich Patienten auf der Intensiv schon aus dem Zimmer geholt habe und sie völlig ahnungslos in Sachen Hygiene waren.

    PS: Super Beiträge im angemessenen Stil, stöbere sehr gerne auf deiner Seite!

  9. Die Allermeisten kennen den „Alltag“ auf einer Intensivstation nicht, aber es gibt auch die „Intensivprofis“, die sogar mehrmals dort landen, es aber immer wieder schaffen, sie lebend zu verlassen. Ein tolles Gefühl, wäre da nicht die Zeit danach, die dann niemanden mehr interessiert. Alleingelassen im Desaster „körperlich erholt – seelisch ein Wrack“.

  10. Auch von mir ein großes Lob und Danke für den Blog, ich habe in den letzten 2 Wochen alles, was aus deiner (Ihrer?) Feder stammt gelesen.

    Kannst du (Können Sie) mal etwas für angehende (Not-)Ärzte schreiben? Vor allem über das Medizinstudium. Daran führt ja (zum Glück für den Patienten) kein Weg dran vorbei.
    Allerdings ist ja bei angehenden Medizinstudenten der Medizinertest und NC berühmt berüchtigt.
    Nicht ganz uneigennützig würde ich da einmal gerne mehr über deine (Ihre?) Vergangenheit wissen.

    Ich war zwar noch auf keiner Intensivstation, dieser Beitrag hat mir aber auf jeden Fall jegliche Bedenken weggenommen, für den Fall dass ich doch mal ungewollt den RTW und NEF auslösen sollte.

    Also, vielen vielen Dank auch für deine (ihre?) Mühe mit dem Blog!

    Hochachtungsvoll meinen Narkosearzt grüßend,
    Nirusu

    1. Hallo Nils!

      Vielen Dank für Deine Nachricht!
      Hast Du denn konkrete Fragen? Dann her damit, ich werde das gerne zum Anlass nehmen und einen Schwank aus meinem Leben erzählen 😉
      Die Hürden zum Studium sind wirklich nicht so groß – sogar ich habe es geschafft! 😀
      Viele Grüße und guten Mut!

      der Narkosedoc

      PS: Ein Kollege von mir hatte seit der 11. Klasse als Motivation fürs Abitur und dann sechs Jahre im Studium ein DINA3-Poster von einem Rettungshubschrauber überm Schreibtisch hängen – hat geholfen. Sitzt jetzt hinten drin 😉

    1. Ach was, das ist nicht gruselig. Gruselig ist relativ. Für mich wäre es eine gruselige Vorstellung 40 Jahre im Großraumbüro zu arbeiten.
      Und als Patient – naja.
      Es gibt Länder da gibt es keine Intensivstationen und in diesen Ländern stirbt man gerne auch mal an einem simplen, durchgebrochenen Blinddarm.
      So gesehen – gut, dass es das gibt.

      1. Das kann schon gruselig sein, aber bei mir war es trotz allem zwischendurch sogar lustig.
        Wenn nur die Nachwirkungen nicht wären. Körper wieder halbwegs ok, Kopf am durchdrehen.

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