Clamshell-Thorakotomie – der schnellste Weg direkt zum Herz

Seit einigen Jahren hört man immer wieder Notfallmediziner und Mitarbeiter im Rettungsdienst etwas von der Clamshell erzählen. Meist folgt den Erzählungen blutiger Rettungsmaßnahmen ein respektvolles und vielleicht auch etwas ungläubiges Raunen, gefolgt von anerkennender Zustimmung ob einer heldenhaften Tat.
Andernorts wird es als spinnerte Maßnahme abgetan. Überflüssig, sinnlos und vielleicht sogar ethisch-moralisch fragwürdig weil der Leichenschändung näher als der Rettung eines Lebens.
Clamshell, das bedeutet Muschelschale.
Clamshell – so nannte man früher auch Klapphandys bei denen man den Anruf durch ein Hochklappen des Displays annehmen konnte. In der Gastronomie nennt man Pommes-Gyros-Styroporschalen so, die man aufklappen kann.
Und in der Medizin bezeichnet man mit einer Clamshell-(Thorakotomie) ein Verfahren bei dem der komplette Brustkorb über einen Schnitt etwa in Höhe des 5. Intercostalraums bezeichnet wird. Der Brustkorb wird hochgeklappt, danach wird der Herzbeutel direkt durch einen Schnitt eröffnet und ein eventueller Erguss in der Herzhöhle entlastet.

Auch als Laie kann man sich vorstellen, dass es sich hierbei um eine Maßnahme handelt die unter Umständen nicht nur Außenstehende sondern selbst erfahrene, professionelle  Rettungsdienstmitarbeiter irritiert und verstört zurück lässt.
Ein schwer verletzter Mensch wird in der Mitte des Körpers quasi komplett aufgeschnitten, der Herzbeutel eröffnet und das mitten auf Straße. Oder in der Kneipe. Oder eben überall da, wo der Tatort sich eben gerade befindet. Es müssen nämlich einige Bedingungen erfüllt sein, damit es überhaupt einen Grund gibt zu dieser Notfallmaßnahme zu greifen.
Indiziert (das heißt in etwa sowas wie medizinisch sinnvoll) ist diese Maßnahme unter anderem nämlich bei Messerstichverletzungen im Bereich des Brustkorbs sowie neben oder direkt unterhalb des Brustbeins.
Die deutschen Leitlinien zeigen an diesem Beispiel eigentlich ganz schön, dass sie mit der modernen Entwicklung von Lehre und Forschung nicht mehr Schritt halten können. Es findet sich nämlich nur eine einzige, winzige und nicht weiter beachtenswerte Erwähnung der Clamshell-Thorakotomie in der Leitlinie Polytrauma.
Das liegt vielleicht auch daran, dass wir (noch) relativ wenige Messerstichverletzungen in Deutschland haben. Es gibt aber mittlerweile auch einige Fälle stumpfer Thoraxtraumen welche von dieser Maßnahme profitiert haben.
Die Maßnahme ist sehr blutig, ja. Es sieht danach aus wie in einem Horrorfilm. Nur ist es kein Film, sondern das echte Leben. Aber genau dieses Leben ist für den Menschen der dort liegt vorbei wenn er nicht auf gut ausgebildete Helfer trifft die mit dieser Maßnahme bei geeignetem Verletzungsmuster sein Leben retten können.
Es geht vor allem um Einblutungen in den Herzbeutel welche das Herz daran hindern effektiv zu schlagen. Da könnte man ja auch eine Drainage einlegen?
Falsch. Erstens ist eine Perikarddrainage nicht mal eben gelegt und selbst erfahrene Kardiologen tun sich hier selbst mit Ultraschall als Hilfe manchmal recht schwer. Zweitens reicht eine solche Drainage nicht wenn sich bereits ein Gerinnsel gebildet hat.
Recht anschaulich zeigt das dieses Video welches auf Twitter die Runde gemacht hat:

<blockquote class=“twitter-tweet“><p lang=“en“ dir=“ltr“>Cause of death massive cardiac tamponade ! <a href=“https://t.co/YrfDZP6xMi“>pic.twitter.com/YrfDZP6xMi</a></p>&mdash; Surgery Clips (@surgeryclip) <a href=“https://twitter.com/surgeryclip/status/1118605141525942272?ref_src=twsrc%5Etfw“>April 17, 2019</a></blockquote> https://platform.twitter.com/widgets.js

Das Thema wird hitzig diskutiert. Das Spektrum fängt auf der einen Seite bei anachronistischen Verweigerern an, welche den Sinn der Maßnahme nicht erkennen und es unter Leichenschändung abtun. In ihrem Bereich komme sowas sowieso nicht vor, die Messerstechereien auf den Straßen Londons sind weit entfernt von ihrem beschaulichen Rettungsdienstbezirk. Gleich daneben sind die innerklinischen Notfallmediziner welche der Meinung sind, dass sowas ja nur die da draußen betrifft und in der Notaufnahme müsse man das ja nicht können.
Am anderen Spektrum tänzeln die enthusiastischen Vollzeitretter welche mit missionarischer Verklärung von den neuen Möglichkeiten schwärmen bisher als verloren gegoltene Verläufe doch noch zu einem positiven Ausgang zu wenden.
Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.
Ich habe es selber innerhalb von nicht mal einem halben Jahr zweimal in unserer Klinik erlebt, dass wir Patienten welche vom Notarzt gebracht wurden nur durch eine solche invasive Maßnahme gerettet haben.
Und wir sind nicht die einzigen, die Fallberichte dazu werden mehr und die Maßnahme erhält auch im deutschsprachigen Raum zunehmend mehr Aufmerksamkeit. Zu Recht!
Es gibt immer noch zu viele Kollegen die auch 2019 meinen, dass ein traumatischer Herz-Kreislauf-Stillstand keine Prognose hat. Dass das falsch ist (und zwar nicht erst seit 2019)   hat unter anderem diese viel beachtete Arbeit von Kleber et al. gezeigt zum Thema „Unfallbedingte vermeidbare Todesfälle in Berlin 2010: Notwendigkeit, die Strategien für das präklinische Management und die Ausbildung zum Trauma-Management zu ändern.“
Hier konnte gezeigt werden, dass etwa 15% der Todesfälle als möglicherweise oder sogar mit Sicherheit überlebbar klassifiziert wurden.
Das sind die Patienten bei denen nach einem Trauma die Reanimation abgebrochen wurde und der Patient für tot erklärt wurde. Unwiederbringlich.
Patienten die man mit beidseitigen Thoraxdrainagen, einer Beckenschlinge, einem chirurgischen Atemweg und/oder einer Eröffnung des Herzbeutels hätte retten können.

Ein Beispiel.
Wir fliegen in eine ländliche Region, durch einen Querschläger wurde ein junger Mann im Brustkorb verletzt. Im Anflug werden wir angesprochen und abbestellt, wir landen trotzdem da wir bereits die Einsatzstelle sehen und direkt davor eine gute, sichere Landemöglichkeit besteht. Ein Notarzt ist vor Ort, man hatte bei schlechter werdenden Kreislaufverhältnissen eine Reanimation mit Herzdruckmassage begonnen und wolle nun aufhören weil der Notarzt den Patienten für tot erklärt habe.
Der Patient hat zwei Venenzugänge, ist mit einem Larynxtubus versorgt und ansonsten läuft eine Herzdruckmassage wie beim Herzinfarktpatienten. Der junge Mann hat aber keinen Herzinfarkt sondern wurde durch ein Geschoss verletzt. Und dafür gelten andere Regeln.
Tatsächlich hat gemäß dem ERC (ERC 2015 Kapitel 4 – Kreislaufstillstand in besonderen Situationen) die Thoraxkompression eine geringere Priorität als die sofortige Behandlung der reversiblen Ursachen durch z.B. eine Thorakotomie oder Kontrolle der Blutung durch eine Beckenschlinge oder durch eine proximale Kompression der Aorta.
Alles wichtiger als die Herzdruckmassage.
Der Patient erhielt also beidseits eine Thoraxdrainage, links zischte es einmal, kurz danach kam das CO2 und der Patient hatte wieder Kreislauf.
Der Eintritt des Projektils war rechts vom Brustbein und damit innerhalb der sgn. cardiac box und ja, der Patient hätte eine Clamshell-Thorakotomie bekommen wenn nicht schon nach einer einfachen Mini-Thorakotomie der Kreislauf wiedergekommen wäre.

Ein anderes Beispiel.
Ein Pfleger wurde in einer Psychiatrie von einem psychisch kranken Patienten ohne Vorwarnung mit einem Brotmesser attackiert und umgehend in unsere Klinik eingeliefert. Von Seiten des Rettungsdienstes wurde ein PVK gelegt und im Sinne des load-and-go der Patient umgehend in unsere Klinik transportiert. Das Messer steckt noch im Brustkorb, die Herzfrequenz ist bei 188/min, der Blutdruck wurde vom Rettungsdienst als nicht messbar beschrieben. Palpatorisch allerhöchstens flau zentral tastbar erfolgt die weitere Versorgung nach Schockraumprotokoll. Da der Patient kreislaufinstabil ist und bereits bei Ankunft im Schockraum reanimationspflichtig wird erfolgt umgehend eine Mini-Thorakotomie beidseits. Da sich hierauf keine Besserung einstellt werden die beiden Mini-Thorakotomien zu einer sgn. Clamshell-Thorakotomie verbunden. Es entleert sich ein massiver Perikarderguss, in der Folge lässt sich rasch ein ausreichender Kreislauf etablieren. Unter Hinzuziehung der Herzchirurgen kann in der Folge eine höhergradige Verletzung des Herzmuskels ausgeschlossen werden, der Patient kann nach einem einwöchigen Aufenthalt auf der Intensivstation entlassen werden.
Manche Kliniker argumentieren, dass sie keine Herzchirurgen vor Ort haben und es deshalb sinnlos sei eine Clamshell durchzuführen wenn niemand vor Ort ist der ein mögliches Loch im Ventrikel nähen kann. Die Sorge ist nicht ganz unberechtigt, aber dieses Beispiel aus unserer Klinik zeigt doch ganz schön, dass dieser Patient ohne diese Notfallmaßnahme nicht überlebt hätte.
Der Fall zeigt auch, dass alle die im Rettungsdienst oder in der Notfallmedizin tätig sind sich mit dieser Maßnahme auseinander setzen sollten. Keiner kann sagen, dass das irrelevant sei. Das ist fahrlässig und entspricht keiner zeitgemäßen Versorgung Schwerverletzter.
Besonders tückisch wird es dadurch, dass diese Patienten oft präklinisch so instabil sind, dass sie nicht mehr bis ins überregionale Traumazentrum geflogen werden können sondern in die nächstbeste Klinik gefahren werden. Da knallen die Türen auf und der Patient fliegt durch die Tür und dann liegt er da in der Notaufnahme des kleinen Grund- und Regelversorgers.
Gerade dort werden frühzeitig die Reaniomationsbemühungen eingestellt und invasive Maßnahmen gar nicht erst begonnen.

Wie man das macht wurde hier mal ganz gut gezeigt, lernen kann man das unter anderem in Kursen wie diesem hier (INTECH = INvasive TECHniken).
Einen hervorragenden Artikel dazu hat Scott Weingart bereits 2012 geschrieben, ich empfehle auch die eingefügten Videos dort sowie diesen deutschsprachen Artikel des sowieso wunderbaren FOAMINA-Teams.

Unterm Strich würde ich mir wünschen, dass Verweigerer und Missionare zueinander finden und wenn dadurch auch nur ein einziger Mensch gerettet wird haben sich all die hitzigen Diskussionen, die sachlichen und unsachlichen Auseinandersetzungen gelohnt.
Es geht um den Patienten der da liegt und nicht um uns.
Es geht nicht darum sich selbst als martialischen und furchtlosen Helden ein Denkmal zu setzen. Es geht aber auch nicht, solche Maßnahmen als verrückte Ideen abzutun und davon auszugehen, dass das im eigenen Krankenhaus auf dem Land schon nicht vorkommen wird.
Es geht um die 15% die wir retten können.
15 von 100 denen wir helfen können wieder ins Leben zurück zu kehren.
Nicht ausschließlich mit einer Clamshell-Thorakotomie, aber als einer Technik in einem Repertoire von invasiven Möglichkeiten.

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Wer nicht fragt bleibt dumm. Oder schreibt einen Kommentar unter das Youtubevideo.

„Mir hat noch nie etwas geschadet, was ich nicht gesagt habe.“
– Calvin Coolidge

Keine Ahnung zu haben ist keine Schande. Ich finde es ist eher ein Wesenszug menschlicher Größe, wenn man zugeben kann, von etwas keine Ahnung zu haben.
In den seltensten Fällen wird das aber jemand zu geben. Keine Ahnung zu haben wird als Zeichen von Schwäche, Dummheit oder auch fehlender Berufserfahrung gedeutet. Die Erfahrenen, die haben auf alles eine Antwort. „Ich erkläre Dir, wovon ich nichts versteh“ singt Herbert Grönemeyer und ich habe schon oft an Grönemeyer gedacht während meiner ärztlichen Tätigkeit.
Gerade die Medizin ist eine sehr eitle Wissenschaft und da gehört der Rettungsdienst auch mit dazu. Nicht-Wissen wird verschwiegen, stattdessen wird halbgares 5-Prozent-Wissen mit breiter Brust zum epischen Vortrag und mit einer Teigrolle in Form von unberechtigtem Selbstbewusstsein plattgeklopft und ausgebreitet wird, auf dass es noch größer (und noch platter) erscheint.
In der Präklinik arbeiten wir oft mit Spezialisten zusammen. Spezialisten für Brandschutz (Feuerwehr), für Wasserrettung (DLRG), ja selbst für so etwas scheinbar banales wie die Bereitstellung von Licht gibt es großartige Spezialisten – die Frauen und Männer vom THW. Und damit sind nur mal drei Gruppen genannt.
Ich gehöre auch zu einer Spezialistengruppe, mit unserem Hubschrauber kommen Spezialisten für Luftrettung (Piloten, HEMS) und Notfallmedizin (Notarzt) hinzu.
Jeder Spezialist hat Fachkenntnisse im eigenen Gebiet. Ich kann den Zustand eines eingeklemmten LKW-Fahrers in wenigen Sekunden einschätzen und gebe dem Einsatzleiter der Feuerwehr diese Information weiter. Gemeinsam entscheiden wir ob wir eine Sofortrettung, eine schnelle Rettung oder eine schonende Rettung durchführen. Ich habe bis heute kaum eine Ahnung davon wie man das am besten technisch anstellt, bin aber jedes Mal erstaunt wie schnell, sicher und zuverlässig die Frauen und Männer von der Feuerwehr einen Menschen da raus holen.
Es ist schon ein paar Monate her, da musst ein Patient in einem Klärwerk aus einem Schacht gerettet werden und ich habe den Spezialisten von der Höhenrettung staunend zugesehen, wie sie mit ihren zig Seilen und Karabinern den Patienten sicher und zügig an die Erdoberfläche gebracht haben.
Ich würde mir nie anmaßen die Entscheidungen dieser Gruppe anzuzweifeln oder gar in der Gruppe oder im Internet zu kritisieren.
Bei mir ist das anders. Ich bin Notarzt im Hubschrauber und erlebe regelmäßig, wie unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Handlungsweise hinterfragt, kritisiert oder auch offen kritisiert wird. Das wäre okay für mich, wenn wir das im 1:1-Gespräch unter vier Augen klären würden. Ich bin gerne bereit einem ehrlich interessierten Mitarbeiter des Rettungsdienstes zu erklären warum wir einen Patienten nicht fliegen obwohl er oder sie sich das so schön ausgedacht hatte.
Stattdessen werden wir ständig ungefragt gefilmt (EIN HUBSCHRAUBER!!), manchmal ist das Video schon bei Youtube bevor wir an der Zielklinik gelandet sind.
Bei der Zigarette danach wird dann von dem Rettungsfachpersonal diskutiert warum wir das denn so und so gemacht hätten und nicht so und man hätte ja schon alles vorbereitet und überhaupt.
Ich kenne diese Diskussionen, ich war oft genug dabei.
Das hat nichts mit einem qualifizierten Debriefing zu tun.
Ich würde mir wünschen, dass wir einfach mal ehrlich zugeben, wenn wir keine Ahnung haben. Die Spezialisten machen lassen. Sei ein guter Teamleader oder ein gutes Teammitglied.
Ein Beispiel?
Für unseren Piloten wurde eine Landestelle ausgewiesen. Feuerwehr sperrt mit einem ganzen Löschzug eine Landefläche ab. Wir gehen dort runter, starten durch und landen nicht dort sondern 300m weiter und müssen durch die Polizei mit einem Einsatzwagen an die Einsatzstelle herangeführt werden.
Ich glaube, dass da bis heute noch ein paar Leute rumlaufen die uns für komplett bescheuert halten. Genau diese Leute wissen auch bis heute nicht, dass wir von oben das verrottende Gewächshaus direkt nebenan gesehen haben, dessen Scheiben sich im Landeanflug bedrohlich anhoben und teilweise wegflogen. Abbruch der Landung, durchgestartet, neue Entscheidung für einen sicheren Landeplatz.
Ein anderes Beispiel?
Wir werden nachbestellt zu einem Verbrennungstrauma, der RTW ist bereits vor Ort. Sicher 60-70% der Körperoberfläche sind verbrannt. Wir benötigen 20 Minuten für den Anflug, in den 20 Minuten wird original nichts gemacht. Bei Übernahme stellen wir fest, dass der Patient
a) mit knapp 140kg zu schwer für den RTH
b) die Zielklinik bodengebunden gerade mal 15 Minuten weg ist
c) der Patient instabil, stark schmerzgeplagt und mit einer Spontanatmungsfrequenz von 40/min intubationspflichtig ist/wird
Selbst wenn wir den Patienten fliegen würden hätten wir mit dem Umlagern vor Ort (Monitoring wechseln, RTW-Trage auf unsere Trage), dem eigentlichen Flug (Anlassen 2 Minuten, Flug 6 Minuten, Nachlaufen der Triebwerke 2 Minuten) sowie Umlagern an der Klinik (raus aus der Maschine, rein in einen RTW, Fahrt zur Liegendanfahrt, raus aus dem RTW, quer durch die Klinik zum Schockraum) sehr viel mehr Zeit verbraucht als wenn wir bodengebunden direkt fahren.
Klar, der Weg von A nach B, der ist mit dem Hubschrauber schneller. Der lohnt sich aber erst bei längeren Distanzen, weil durch das Drumherum so viel Zeit verloren geht.

Wir haben Piloten die auf ihre Flugzeiten achten müssen. Für die Piloten ist das Wetter am Einsatzort, an der Zielklinik und an unserer Homebase wichtig. Sie achten auch darauf wieviel Krafstoff noch an Bord ist. Gerade im Sommer kann man nicht mit einem vollen Tank fliegen weil die Maschine dann zu schwer wird.
In der Luftrettung kommen Aspekte zum tragen, mit denen man im bodengebundenen Rettungsdienst im Normalfall nichts zu tun hat. Was den erfahrenen Rettungsdienstler aber nicht davon abhält der jungen RS-Azubine mit großen Worten zu mansplainen warum er die und die Entscheidung ganz anders getroffen hätte und man ja nicht allen helfen könne und die müssen ja selber wissen was sie tun.
Wir machen unseren Job, ihr macht Euren Job. Wir arbeiten alle zusammen für die eine Sache. Wir helfen Menschen, wir arbeiten gemeinsam gegen die Zeit und wollen Leben retten und das möglichst sicher und schnell.
Wir sind das #teamblau, Polizei, DLRG, Feuerwehr, THW, Bergwacht und andere. Bei uns arbeiten Pflegekräfte und Ärzte, Spezialisten verschiedenster Art, Ehrenamtliche und Hauptberufliche.

Wenn Du in einer dieser Hilfsorganisationen im #Teamblau mitarbeitest und etwas nicht verstehst – frag uns gerne. Es wird immer jemanden geben, der Dir kompetente Antworten geben kann. Meistens steht hinter jeder unverständlichen Aktion eine bisher unbekannte Information.

Null zu Null.

Die Ruhe vor dem Sturm.
So nennt man das wohl wenn auf der Rettungsleitstelle nichts zu tun. Wenn alles gesaugt, geputzt, sortiert, abgeheftet und erledigt ist.
Jetzt in diesem Moment sitzen in diesem Land alleine knapp 90 Teams bestehend aus Piloten, Notfallsanitätern und Notärzten welche stets bereit sind alles stehen und liegen zu lassen um loszufliegen und zu helfen. Dazu kommen die weit über 1000 Teams aus Notärzten und Notfallsanitätern die mit ihrem Notarzteinsatzfahrzeug bereit stehen um zu helfen.
Und die zigtausenden Teams von Rettungswagen, Intensivtransportwagen und unzählbaren Feuerwehreinheiten. Polizei, THW, Notfallmanager der Bahn, Tierretter und so weiter.
Wir alle haben etwas gemeinsam. Wir wurden ausgebildet um Menschen (und Tieren 😉 in Not zu helfen. Wir tragen einen Pager, einen DME, ein Funkgerät oder ein Telefon mit uns um im Moment des Notrufes sofort einsatzbereit zu sein.
Wir legen immer alles parat, sind in jedem Moment auf einen Einsatz vorbereitet. Manchmal müssen wir während des Dienstes duschen (ich versuche zum Beispiel immer nach einer Reanimation zu duschen) und dann legen wir alles bereit so dass wir selbst bei einem Alarm unter der Dusche schnell wieder angezogen und einsatzbereit wären.
Wir packen morgens alle Geräte einmal aus, checken den Defi, die Beatmung, gucken die Rucksäcke durch. Danach wird alles verstaut, einsatzbereit gemacht.

Ruhe bedeutet nichts zu tun. Warten.
Was irgendwie absurd ist, weil da draußen geht das Leben ja weiter. Und eigentlich könnte man ja auch was anderes tun, wenn man wüsste dass es so ruhig bleibt. Zum Sport gehen, das Auto durch die Waschstraße fahren und um 15:30 Uhr ins Stadion. Was man eben so an einem Samstag macht.
Weil wir aber nicht wissen wann und wo ein Notfall passiert sind wir immer bereit.
Manchmal sitzt man dann wirklich stundenlag da und es passiert nichts.
Ich fahre ab und zu auch bodengebunden in einem etwas ländlichen Bereich. Da kann es tatsächlich auch mal passieren, dass wir einen „Nuller“ haben. Keinen einzigen Einsatz, den ganzen Tag über. Das kommt dort so drei oder vier Mal im Jahr vor.
Die Raucher fluchen dann meistens weil die erste Schachtel schon vor 15 Uhr leer ist. Ich habe irgendwann all die Arbeit die ich mir mitgenommen habe erledigt und nach ein paar Stunden ist Bücher lesen auch langweilig.
Im Fernsehen läuft sechs Stunden Biathlon und Dschungelschwachsinn, das hält ja auch kein Mensch aus. Dann döst man da so vor sich hin und wenn man ehrlich ist, ist das ein ganz schön doofer Zustand.
Wir haben uns morgens unsere Uniform angezogen, alles gecheckt, gepflegt, gewartet, damit wir Menschen in Not retten können. Nicht damit wir rumsitzen und uns langweilen.
Wenn man dann keinen Einsatz hat, kommt man sich sehr schnell sehr überflüssig vor.
Wir sind quasi arbeitslos.
Das ist gut für den Bürger, weil dem Bürger geht es dann ja gut. Etwas besseres könnte ja eigentlich gar nicht sein, alle achtzig bis hunderttausend Einwohner in unserem Einzugsgebiet erfreuen sich bester Gesundheit!
Oder sie sind zumindest nicht so krank, dass sie jetzt gerade einen Notarzt benötigen.
Das ist ja eigentlich was Schönes.
Das muss man sich dann auch mal sagen und dann geht es wieder.
Dem Bürger geht es gut.
Und ich fahre jetzt nach einem Dienst nach Hause in dem ich nichts erlebt habe.
Muss es auch mal geben. Eine Nullrunde.
Schlecht für uns, gut für den Bürger.

Ohne Tonic ist alles Ginlos.

Alkohol ist weder ein Sanitäter, noch ein Fallschirm oder ein Rettungsboot. Das hat Herbert Grönemeyer schon 1984 richtig erkannt und besungen und es ist auch fast 25 Jahre später nicht weniger richtig.
Es wurden ganze Bücherwände über den Suff und im Suff geschrieben und es gibt mindestens ebenso viele Bücher die den Alkohol glorifizieren wie diejenigen, die davor warnen.
Wenn in einer Whatsapp-Gruppe Gin-Rezepte ausgetauscht werden und auf Statusmeldungen Weinverkostungen (*hust*), Wein-Adventskalender und hochprozentige Gelage zelebriert werden wäre es mir sehr recht, wenn mir das ganze Thema Alkohol ein bißchen egaler sein könnte.
Ist es aber nicht.

Ich bin unfassbar intolerant geworden was den absurden Alkoholkonsum in unserer Gesellschaft angeht.

Alkohol ist nämlich ein fester Bestandteil meines Arbeitsalltags. Das fängt bei komplizierten Brüchen an die nachts um 3 versorgt werden müssen weil XY im Suff die Treppe runter geflogen ist. Das geht weiter mit unschönen Schädel-Hirn-Traumata weil XY mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause vergaß, dass man an einer Ampel nicht nur bremsen muss, sondern dann auch einen Fuß rausstellen muss, weil man sonst umfällt. Ja, haha, total lustig war das.
Das Video bei Youtube, der Hauptdarsteller in Saal 8, neurochirurgisch.

Alkohol zerstört.
HIer mal eine kleine, etwas peinliche Aktion auf irgendeiner Party, dort ein Kater am Morgen der dem Chef auffällt und einen schalen Beigeschmack hinterlässt. XY hat es ein bißchen übertrieben.
Alkohol zerstört auch in geringen Maßen bereits Leberzellen, stört die Kommunikation zwischen Gehrinzellen, sorgt langfristig für Vitaminmangel und schwerste Hirnschäden ähnlich einer Demenz.
Jaja, aber in Maßen genossen ja nicht heißt es dann. Was nicht stimmt und auch mehrfach belegt wurde (die Studie aus Schweden, die von allen zitiert wird hat erhebliche Fehler und hat mal davon ab ein signifikant erhöhtes Krebsrisiko auch für moderaten Alkoholkonsum nachgewiesen aber das will ja auch keiner hören).

Warum trinkt man denn überhaupt Alkohol?
Als wenn es nur der Geschmack wäre. Es gibt fast jedes alkoholhaltige Getränk auch als alkoholfreie Variante, mittlerweile gibt es sogar die ersten alkoholfreien Gin-Sorten.
Die Säufer Gourmets sagen natürlich, dass alkoholfreies Bier ü-ber-haupt nicht so schmeckt wie ein normales Bier. Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern… wirklich? Also ohne Deine Kumpels vom Kegelclub dabei, ohne die mitgrölenden Mitsäufer von Deinem Schützenverein… wirklich?
Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass es einen wirklich guten Grund gibt statt eines alkoholfreien Bieres ein alkholhaltiges Bier zu trinken. Außer – ja eben, außer.
Aber das sagt ja keiner. Da wird was von Geschmack gefaselt und Ursprünglichkeit und alter Väter Sitte, bla bla bla. Ich kann es nicht mehr hören!
Mir geht diese Alkoholfeierei dermaßen auf den Senkel, das kann sich keiner vorstellen.
Euer Suff, ist meine kaputte Nacht. Ich habe vor ein paar Wochen in einer Nacht vier Schockräume machen müssen, alles alkoholisierte Menschen die allesamt nicht bei uns gelandet wären, wenn sie nicht gesoffen hätten. Das hat mit feiern überhaupt gar nichts zu tun. Man kann auch ohne Alkohol feiern, wenn es was zu feiern gibt. Weil die meisten Menschen aber nichts zu feiern haben, schütten sie so lange Fusel in sich rein, bis der Dunst die Sinne so weit benebelt, dass man sich selber vormacht es wäre tatsächlich ein bißchen lustig und man könne sich selbst und das Leben feiern.
Ich muss als Notarzt nachts um 2 raus, weil ein Teenie sich an Wodka-O übersoffen hat und jetzt besinnungslos in der Ecke liegt. Ich muss morgens um 4 raus, weil ein randalierender Spritti im Suff erst seine Lebensgefährtin und dann das was man Wohnung nennen möchte kaputt geschlagen hat. Inklusive einer Glasscheibe welche für ein mittelschweres Blutbad gesorgt hat.

Ich habe zu viele kaputte Familien gesehen in denen der Alkohol erheblichen Schaden angerichtet hat. Alkohol zerstört Ehen, Familien, ganze Kindheiten.
Du hast damit nichts zu tun? Du denkst – lass sie doch. Nicht mein Bier (sic!).

Ich muss auch als Notarzt raus weil ein Tiefkühlkostlieferant mit seinem Tiefkühl-Laster einen Van von hinten von der Straße gerammt hat. Schon bei den Rettungsmaßnahmen riecht man sehr, sehr deutlich die Fahne des Fahrers. Besoffen als Lieferant unterwegs, beruflich.
Fahrer (ca. 35 J. alt, männlich) und Beifahrer (weiblicher Teenager) des Vans kommen schwerstverletzt in die Uniklinik, wir nehmen den Fahrer mit, ich erfahre nicht was aus den Unfallbeteiligten wurde. Vielleicht sind sie gestorben, vielleicht auch nicht, ist ja nicht so schlimm, ist ja nicht mein Bier – Ironiemodus off.
Der Fahrer kommt mit 1,2 Promille im Schockraum an. Ach so, das war jetzt nicht okay, oder wie?
Aber das man Alkohol auf 40 Regalmetern in jedem Supermarkt kaufen kann ist okay? Dass man Alkohol in jedem Kiosk, in jedem Imbiss und an jeder Tankstelle (!) bekommt, das ist okay?
Klar, für die Beifahrer, ja sicher.
Bis 1973 durfte man hier in Deutschland noch völlig legal im Vollrausch (1,5 Promille) ein Fahrzeug führen. Selbst 0,8 Promille waren bis 2001 noch völlig okay.
Ich kann nur jedem mal raten, testweise mal in so einen Alkomaten zu pusten. Man ist überrascht wie niedrig der ausgegebene Wert ist, auch bei subjektiv bereits fortgeschrittener Beeinträchtigung.
Vor Gericht geht das Elend dann weiter.
Im Suff einen Unfall gebaut? Komm. Halb so wild. Der Säufer bekommt strafrechtlich immer nochmal einen Rabatt. Warum eigentlich?
Offensichtlich bin ich nicht der einzige, der sich diese Frage stellt.

Alkohol kann man nicht verbieten, das ist mir klar. Hat man ein paar Mal versucht, das ganze ist furchtbar eskaliert.
Es ist eine von drei gesellschaftlich akzeptierten Drogen. Koffein, Tabak und Alkohol.
Es ist aber von allen Substanzen die wir kennen diejenige welche den größten Schaden anrichtet. Und zwar durch die Kombination des entstehenden Schadens für das missbrauchende Inidividuum selbst und den für die Gesellschaft enstehenden Schaden.
Das kann man ziemlich genau messen und auch nachlesen, wenn man denn möchte.

Es ist ja auch so schön einfach sich zu bedröhnen. Ein Glas Wein – komm, auf einem Bein kann man nicht stehen – dann eben zwei Gläser Wein am Abend. Gesellschaftlich akzeptiert, ja wer intellektuell was auf sich hält muss das so machen.
Im feinen Restaurant einfach ein Wasser bestellen? Ein mitleidiger Blick des Kellners ist inklusive.
Wenn ich auf einer Feier bin dauert es im Schnitt nur zwei Stunden bis mich keiner mehr fragt ob ich nicht doch einen, komm, hab Dich nicht so, einer ist keiner, für Dich nichts? Krank? Fieber?
Ach Du musst fahren… nicht? Ach so, einfach so nicht?
Find ich gut. Klasse, ich müsste auch mal weniger, aber blaaaaa.
Ein einfaches nein reicht nicht, es muss schon ein „Nein, weil…“ sein.

Es ist normal Alkohol zu trinken, es ist nicht normal keinen Alkohol zu trinken wenn alle Alkohol trinken.

Das ärgert mich maßlos.
Alle die bis hier hin gedacht haben, ich sei intolerant sind genau die intolerante Masse die den programmierten Kontrollverlust zum Standard erhoben haben und mir diktieren, was normal sei.
Macht es doch, trinkt doch, aber lasst mich in Ruhe.
Fragt mich und andere die nichts trinken möchten bitte auch nicht drölfzig mal sondern lasst es einfach. Anbieten ist nett, allerhöchstens, dann nachfragen ist aufdringlich und nervig, nachbohren ist unverschämt.
Ich finde es nicht normal, dass man überall und zu jeder Tages- und Nachtzeit Alkohol kaufen kann und wir sollten zumindest mal darüber nachdenken ob dieser ganze Gin-Hype und die intellektuell geprägte Weinglas-Schwenkerei so sinnig ist.
Am Ende sind die es nämlich die auch dem Alkoholiker sagen – Du bist okay. So schlimm ist das alles nicht, wir trinken doch alle mal gerne in Gläschen. Ein Bierchen.
Bis es knallt.
Dann sind wir ganz empört, weil so geht es ja nicht, also wirklich.
Schlimm.

Stabile Seitenlage und Helm ab – oder etwa doch nicht?

Ersthelferkurse.
Man findet sie meist an einem Samstag durch einen dieser Kundenstopper vor einer dieser Apotheken, 2. Etage rauf, 3. Tür links, nehmen Sie Platz, bitte, danke.
Und dann geht es los. Wie war der richtige Druckpunkt für die Reanimation nochmal? Zwischen den Brustwarzen, dann vier Finger rauf oder doch drei runter? Meine Finger oder die vom Patienten? Ach so einfach in der Mitte? Bei Kindern auch? Und wenn das weh tut? Und wenn ich eine Rippe breche?
Und in dem ganzen Wirrwarr kommt dann die Erlösung – die stabile Seitenlage. Die ultimative Entschuldigung für alle die nicht mehr wissen was sie genau machen sollen – ab mit dem Patienten in die stabile Seitenlage.
Wenn ich jemanden finde der gerade stirbt, lege ich ihn einfach in die stabilie Seitenlage. Das sieht super aus und klingt auch noch gut.
Stabil, da denkt man an ein stahlverzinktes Schwerlastregal. 112, Seitenlage, fertig.
Im Fernsehen sieht man das ständig, dann muss es ja richtig sein.
Wenn es da nicht ein großes Problem gäbe… bewusstlose Menschen haben so gut wie immer ein erhebliches Kreislaufproblem – um nicht zu sagen, die meisten sind tot und eben nicht bewusstlos.
Die stabile Seitenlage wurde für Menschen gedacht die mit stabilen Kreislaufverhältnissen und eigener Atmung eigentlich so aussehen als wenn sie schlafen, nur dass ihnen die sgn. Schutzreflexe fehlen. Der Schutzreflex setzt ein, wenn wir einen Schluck Wasser in die Luftröhre bekommen. Wir können gar nicht anders als diesen hoch zu husten.
Wenn also ein Bewusstloser der diese Schutzreflexe nicht mehr hat auf dem Rücken liegen bleibt und erbricht, dann macht es kurz schwapp! und die ganze Soße läuft in die Luftröhre, in die Lunge und der Bewusstlose erstickt daran. Die Idee ist, dass man den Bewusstlosen auf die Seite dreht, so dass noch zu Erbrechendes den Weg nach draußen findet.
Eine eher theoretische Konstellation, denn die meisten Bewusstlosen die man so da draußen finden wird, sind nämlich deswegen bewusstlos, weil sie keinen Kreislauf mehr haben. Die sind  reanimationspflichtig, müssen also wiederbelebt werden.
Nicht zu drücken (also eine Herzdruckmassage auf dem Brustkorb anzufangen) und nur die 112 zu wählen in Kombination mit der stabilen Seitenlage ist schlicht und ergreifend sinnlos.
Die stabile Seitenlage ist ebenso wie das völlig überschätzte Dreiecktuch (sic!) über Jahrzehnte in die übermüdeten Gehirne gelangweilter Teilnehmer von Ersthelferkursen eingetrichtert worden.
Das Problem – was ursprünglich mal als Hilfe gedacht war, führt dazu, dass gut gemeinte Maßnahmen (oder auch die bewusste Unterlassung von Maßnahmen) dazu führt, dass tote Menschen nicht als solche erkannt werden und keine Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Keine Atmung oder eine komische Atmung? Dann 112 wählen und mit der Herzdruckmassage starten. Keine Ausreden.
Es ist so einfach und es ist so hilfreich.

Am Ende gehen doch die meisten aus dem Kurs und sind völlig verwirrt wegen der ganzen Details und Ausnahmen.
Lieber nichts machen, bevor ich irgendwas falsch mache.
Genau das kommt raus, wenn man erste Hilfe so kompliziert macht und da müssen wir anpacken. Ich finde wir sollten die stabile Seitenlage gar nicht mehr unterrichten, sie ist in sehr seltenen Fällen wirklich nützlich und am Ende verwirrt sie die Teilnehmer nur.
Lieber nichts machen, bevor ich irgendwas falsch mache.

Würden wir uns bei einem brennenden Weihnachtsbaum auch so verhalten?
Kein C-Rohr im Haus? Kein Schaumwerfer griffbereit? Dann rufen wir lieber die 112 an und warten auf die Profis?
Nein, natürlich würden wir losrennen und einen Eimer Wasser drüber kippen, wir würden im Erstangriff vielleicht die Blumen aus der Vase reißen und das olle Blumenwasser drüberschütten. Wir würden versuchen lieber irgendwas zu machen, bevor wir nichts tun.

Und wie war das jetzt nochmal mit dem Helm?
Da war doch was, wie war das nochmal.
Wenn die Halswirbelsäule gebrochen ist, aber das Rückenmark vielleicht noch nicht beschädigt ist und der Motorradfahrer wach ist, dann ist es nochmal anders als wenn der bewusstlos ist und am Ende denkt man sich dann – boah, komm, lass drauf. Fertig.

Wenn man den Versuch macht im Internet nachzugucken ob man den Helm beim verunfallten Motorradfahrer abnimmt, bekommt man erstmal nicht die Antwort auf das ob sondern darauf wie man den Helm abnimmt.
Das wird dann schnell kompliziert und überhaupt könnte da ja was gebrochen sein und dann, ja dann (hier mahnend fuchtelnden Zeigefinger einfügen!) wenn man den Helm jetzt falsch abnähme, dann macht man dem das Genick kaputt. Rollstuhl olé, dank falscher Ersthelfermaßnahme. Das ist großer, ausgemachter Blödsinn!
Und jetzt nochmal für alle zum mitsingen: der Helm muss ab!
Immer? Ja, immer.
Der Hintergrund ist ganz einfach – grundsätzlich wird ein Motorradfahrer immer seinen Helm selbst abnehmen. Wenn er es denn noch kann.
Wenn nicht – dann muss es diesem Motorradfahrer schon ziemlich schlecht gehen. Damit hat sich ganz selbständig die Patientengruppe herausgefiltert die am allermeisten von der Helmabnahme durch den Ersthelfer profitiert – die mit eingeschränktem Bewusstsein oder nicht ausreichender Atmung.
Der Helm muss ab – so einfach ist das.
Nur wenn der Helm ab ist, lässt sich beurteilen ob der Verunfallte noch atmet, ob vielleicht sogar Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen.

Ich hoffe nicht, dass in Erste-Hilfe-Kursen noch das Märchen von der Querschnittslähmung durch eine unachtsame Helmabnahme erzählt wird. Das ist grober Unfug und gefährdet Menschenleben!
Ein Unfall der ausreicht den Knochen zu zerstören hat so viel Energie, dass das geleeartige Myelon des Rückenmarks so gut wie immer direkt beim Aufprall mit zerstört wird.
Bereits vor mehreren Jahren wurde die Diskussion dazu angestoßen, die Entwicklung geht eher in Richtung eines zukünftig zurückhaltenden, sorgsam reflektierten Umgangs mit der komplexen, zeitaufwändigen und immer auch mit (teils erheblichen) Nebenwirkungen behafteten Immobilisation der Wirbelsäule.
So ein Knochen an sich, ist sehr stabil. Es braucht einiges an kinetischer Energie um einen Knochen zu zerstören. Wenn jetzt innerhalb des Knochens eine geleeartige Masse drin ist, kann man sich vorstellen, dass diese ziemlich sicher beim Unfall direkt mit zerstört wird.
Die Vorstellung, dass der Knochen zerstört wird und das Myelon unangetastet intakt bleibt, ist eher theoretischer Natur.
Es reicht übrigens eine kurzzeitige Quetschung, eine komplette Durchtrennung ist gar nicht nötig für einen Querschnitt. Wir haben schon Patienten behandelt bei denen selbst im MRT kein Schaden mehr gesehen wurde aber klinisch ein eindeutiger Querschnitt bestand welcher sich auch nicht mehr zurück bildete.

Es ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her, dass eine Kollegin von mir eine junge Motorradfahrerin versorgt hat, bei der sie als ersteintreffendes Rettungsmittel eintraf. Es waren mehrere Leute vor Ort, aber niemand hat den Helm bei der bewusstlosen Fahrerin abgezogen. Sie lag dort völlig unangetastet und im Helm war bereits unter dem Visier nur Erbrochenes zu erkennen.
Bei Ankunft war die Patientin tot, eine spätere Untersuchung ergab, dass keine größeren Verletzungsfolgen vorhanden waren, am ehesten aber von einer Aspiration (also einem Verschlucken von Nahrungsbestandteilen) in Folge der eingetreteten Bewusstlosigkeit ausgegangen werden musste.
Diese junge Frau ist möglicherweise daran gestorben, dass keiner der Umstehenden sich getraut hat den Helm abzunehmen und ihr einen freien Atemweg zu verschaffen.

Es ist keine Schande von erster Hilfe überfordert zu sein. Fragt mal in der Familie oder bei Freunden und auf der Arbeit nach ob sie wissen was bei einem nicht oder komisch atmenden Menschen zu tun ist und was jetzt mit dem Helm zu tun ist.
Und wenn da Unsicherheiten sind – geht zum Auffrischungskurs. Für Euch, für Eure Mitmenschen. Das kann Leben retten, ganz konkret.

Patientenverfügung für junge Leute, Studenten, Schüler und Jugendliche

Wenn Du das hier über google gefunden hast, verweise ich explizit auf den Artikel „End-of-life-decisions„. Dort erfährst Du warum Du neben einer #Patientenverfügung auch eine #Vorsorgevollmacht ausfüllen solltest und falls Du Kinder hast vielleicht sogar eine #Sorgerechtsverfügung und ein #Testament machen solltest.

Die Überschrift ist etwas plakativ. Junge Leute, Studenten, Schüler, Teenager – in das Leben eines jungen Menschen passt eine Patientenverfügung ungefähr genauso gut wie sich Blasenkatheter auf Thrombosestrümpfe reimt.
Aus Gesprächen mit Kollegen und unseren jüngeren Mitarbeitern weiß ich, dass es einen großen Bedarf gibt, diese Selbständigkeit auch für den Fall zu regeln, dass man plötzlich nicht mehr voll im Leben sondern eher am Rand des Lebens steht.

Als gesunder und junger Mensch wollen wir ja erstmal noch möglichst viel vom Leben haben. Ein Kampf für das Leben ist die Maxime und genau so wird es ja auch in allen Kliniken umgesetzt. Der Kampf ums Leben ist aber auch mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden – und das ist der Euphemismus des Tages.
Intensivmedizin bedeutet Katheterwechsel, Thoraxdrainagenanlage, brutale Schmerzen, künstliche Ernährungssonden, deren Anlage und Wechsel, völlige Kraftlosigkeit, Ermüdung und fehlende Orientierung durch einen zerstörten Tag-Nacht-Rhythmus.
Ist die eigentliche Krankheit überstanden so muss vieles neu erlebt werden, Kraft aufgebaut werden. Jeder einzelne Muskel des Körpers verweigert die Arbeit, muss wieder neu trainiert werden. Schlucktraining, wache Bronchoskopie zur Sekretmobilisation und wieder diese Schmerzen wie man sie vorher noch nie gekannt hat weil man der Meinung war, dass ein Bolus von 10µg Sufenta doch reichen müsste.
Luftnot, Angst aber auch Horrorträume die fern unserer Vorstellungskraft sind. Nicht alles trifft auf alle Patienten zu, aber manche Patienten zahlen einen hohen Preis für einen Kampf gegen den Tod.

Moderne schmerztherapeutische Intensivkonzepte wie z.B. an der Uni Freiburg wollen da ansetzen und mit neuen Therapiekonzepten den Aufenthalt erträglicher machen, ein Spaziergang wird echte Intensivmedizin aber trotz alledem nie werden.

Lehne ich also jede Form von Intensivmedizin (Beatmung, Dialyse, künstliche Ernährung u.a.) kategorisch ab und akzeptiere unter Umständen einen raschen Tod?
Oder möchte ich alle Möglichkeiten der Intensivmedizin für den Kampf ums Leben nutzen und nehme die Bürde aller Unannehmlichkeiten auf mich um vielleicht noch ein paar Jahre zu gewinnen?

Aus meiner Sicht macht ein Kompromiss Sinn.
Am Anfang steht ein Ereignis, dass zur Aufnahme auf die Intensivstation führt. Ein schwerer Verkehrsunfall, Notarzt, Rettungsdienst, Schockraum, OP, Intensivstation. Kein Mensch kann in die Zukunft schauen, keiner weiß ob es am Ende „gut“ ausgeht. Ob sich der Kampf am Ende lohnen wird.
Aber deshalb direkt die Flinte ins Korn werfen?

Ich finde in diesem Fall einen Kompromiss sehr sinnvoll.
Ich möchte im Fall des Falles die Möglichkeiten der Intensivtherapie nutzen, ich möchte kämpfen. Ich bin bereit auch durch ein tiefes Tal zu gehen, aber nicht zu jedem Preis.
Was das heißt, darf ja zum Glück jeder selbst für sich entscheiden.

Weil ich eine Hilfestellung geben möchte und es mehrfach angefragt wurde, deshalb hier meine eigene #Patientenverfügung.

Noch ein paar Kleinigkeiten vorweg:

  • Skandal hin oder her – ich bin ein großer Unterstützer der Organtransplantation, daran ändern auch schwarze Schafe nichts. Das System an sich ist eine großartige Hilfe für Betroffene und sofern das für mich in Frage kommt unterstütze ich auch eine Organspende, der Passus unter Anhang 2 ist ggf. zu streichen.
  • An den Stellen die mit XXX gekennzeichnet sind, können eigene Daten eingetragen werden.
  • Eine Bestätigung/Beratung durch den Hausarzt kann man machen, notwendig ist das nicht!
  • Eine notarielle Beglaubigung mit so einem Wachssiegel sieht schick aus, das war es aber auch schon.
    Die einfache, persönliche Unterschrift genügt vollkommen.
  • ich habe eine dynamische Patientenverfügung, deren Inhalt sich nach Ablauf von 60 Tagen ändert. Warum mache ich das? Nun, weil ich zunächst mal möchte, dass alles gemacht wird um mich zu retten. Kinder, Familie, ein Haus das abbezahlt werden muss, ein eigenes Unternehmen… es gibt 1000 Gründe warum es sich lohnt zu kämpfen. Aber, man muss auch einsehen wenn der Gegner gewonnen hat. Als Wachkomapatient nur noch dahin zu vegetieren, Ballast für meine Familie zu sein, nur noch Kosten und Arbeit verursachen ohne echte Teilnahme am echten Leben? Das wäre nicht mein Ding, daher möchte ich dann lieber von dieser Welt gehen. Das Datum des ersten Aufnahmetags im erstversorgenden Krankenhaus entspricht in der Regel dem Beginn der Krankheit oder dem Unfallzeitpunkt. Um dies eindeutig zu definieren habe ich diese Formulierung gewählt.
    Würde man „ab der Krankenhausaufnahme“ sagen, könnten spitzfindige Wortverdreher daraus ja ableiten, dass ich zwar 6 Wochen in der Uniklinik und 4 Wochen im Grundversorgerkrankenhaus aber erst seit einer Woche in der Reha bin und das wären dann ja erst 7 Tage…
  • für juristische und/oder medizinrechtliche Beratungen und Verbesserungsvorschläge zur Formulierung stehe ich gerne zur Verfügung!


PATIENTENVERFÜGUNG

Ich Narkosedoc, geboren am XXX wohnhaft in XXX bestimme hiermit das folgende.  

Im Falle einer plötzlichen Erkrankung die es mir unmöglich macht einen eigenen Willen zu äußern oder diesen verständlich zu äußern, bestimme ich, dass für einen Zeitraum von 60 Tagen ab dem ersten Aufnahmetag im erstversorgenden Krankenhaus alles menschenmögliche getan wird um mein Leben zu retten und eine rasche Rehabilitation und Rückkehr in ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu fördern.
Für den Zeitraum von 60 Tagen ab dem Datum des ersten Aufnahmetages im erstversorgenden Krankenhaus stimme ich sämtlichen intensivmedizinischen Maßnahmen zu, dies beinhaltet und unter anderem auch:
– Reanimation (mechanisch und medikamentös)
– organersetzende Verfahren (Dialyse, ECMO u.a.)
– Beatmung (invasiv, nichtinvasiv und auch eine dillatative oder chirurgische Tracheotomie)
– antiinfektive Therapie
– künstliche Ernährung über eine Magensonde
– weitere intensivmedizinische Maßnahmen soweit nach Maßgabe der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sinnvoll und notwendig
Mit all diesen Maßnahmen bin ich für den genannten Zeitraum explizit einverstanden.

Ausnahmen:
Der Anlage einer PEG wiederspreche ich ausdrücklich und zwar auch für den Fall, dass eine langfristige Ernährung aufgrund erlittener Schäden durch Schlucktraining/Logopädie nicht ausreichend möglich sein sollte.

Kritische Reevaluation zur Fortsetzung medizinischer Maßnahmen nach dem Ablauf von 60 Tagen:

Sollte 60 Tage nach der ersten Krankenhausaufnahme im erstversorgenden Krankenhaus eine der folgenden Bedingungen zutreffen, so fordere ich eine umgehende Beendigung aller medizinischen Maßnahmen, auch unter Inkaufnahme des Todes. Hierzu gehören:

  • fehlende Fähigkeit mir persönlich nahe stehende Personen wie XXX zu erkennen
  • fortgesetzte Pflegebedürftigkeit entsprechend Notwendigkeit zur Dekubitusprophylaxe durch regelmäßige Lagerungsmaßnahmen
  • schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit entsprechend Pflegestufe III (drei) oder höher

Etwaige Deutungsungenauigkeiten sind im Zweifelsfall als „Bedingung zutreffend“ einzustufen.
Neurologische Spitzfindigkeiten sind zu ignorieren.
Die letzte Deutungshoheit über die Erfüllung oder Nichterfüllung einer Bedingung liegt bei XXX.

Sollte eine oder mehrere der genannten Punkte erfüllt sein so ist die Therapie unverzüglich einzustellen.
Dies beinhaltet:

  • Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer antiinfektiven Therapie
  • Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer parenteralen Ernährung oder Ernährung über eine Magensonde
  • Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer Beatmung (beinhaltet auch ggf. eine finale Extubation, finale Dekanülierung und/oder Beendigung der invasiven oder nicht-invasiven Beatmung)
  • Abbruch einer laufenden und Ablehnung der Neuaufnahme einer Katecholamintherapie
  • Ausschluss einer Reintubation
  • Entfernung eines liegenden sowie Ablehnung der Neuanlage eines Venenkatheters außer zur Applikation von Sedativa oder Analgetika

Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich habe ein schönes Leben gelebt.
Ich wünsche Beistand durch XXX sowie XXX wünsche explizit eine palliative Unterstützung im Sinne einer best supportive care ein. Dies beinhaltet insbesondere die großzügige Gabe von Sedativa (Lorazepam und andere) und Analgetika (Morphin und andere) auch unter Inkaufnahme eines Atemstillstands oder einer möglichen Lebensverkürzung.

Anhang 1: 
Sollte am Anfang der Kausalkette ein unnatürliches Ereignis (zum Beispiel ein Unfall) stehen und ich letztlich an einer natürlichen Erkrankung (zum Beispiel an einer Pneumonie) versterben so ist im Totenschein „unnatürlich“ anzukreuzen und auch die Kriminalpolizei zu informieren. Das fälschliche Ankreuzen einer „natürlichen Todesursache“ ist zumindest eine Ordnungswidrigkeit und kann unter Umständen einen Straftatbestand erfüllen.

Annex 2:
Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen/Gewebe zur Transplatation in Frage kommt gestatte ich dies explizit und vollumfänglich ohne Einschränkungen. Ich erteile der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) eine vollumfängliche Autorisierung zur Berichterstattung z.B. für Film- und/oder Fotoaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit soweit dies gewünscht ist.

Ich bin mir des Inhalts und der Konsequenzen meiner oben genannten Entscheidungen sehr bewusst und bestätige hiermit, dass ich diesen Text im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte verfasst habe.

______________________
Ort, Datum, Unterschrift

Feuerwerk 2020 – eine Prognose.

Im Moment wird fleißig diskutiert über das für und wieder der schwarzpulverinduzierten Feinstäuberei.
KONTRA:
Geld
Umwelt Müll
Umwelt Feinstaub
Umwelt Giftstoffe (Strontium, Cäsium, Kobalt…)
Gefahren und nicht Kosten für das Gesundheitssystem

PRO:
Wir wollen aber unseren Spaß.

Der Deutsche hat es nicht so mit Verboten. Seien sie auch noch so sinnvoll.
Ehrlich gesagt wären mir so ein paar Raketen und Böller an Silvester auch herzlich egal, aber es ist ja wie meistens. Die bescheurten 5% verderben den anderen 95% den Spaß.
Ich habe Silvesterfeiern erlebt bei denen Raketen bewusst in Menschenmengen gezielt wurden. Kriegsähnliche Zustände in der Altstadt, Polenböller die zwischen die Beine geschmissen wurden. Haha, wie lustig.

Wer kleine Kinder hat, lernt Silvester zu hassen. In den Tagen davor und danach kann man sich in der Wohnung mit Oropax einschließen, an einen Gang in die Stadt ist nicht zu denken.
Diese 5%-Spinner werden sich auch von einem Verbot nicht abhalten lassen, schon klar.
Anyway – hier meine These:
In irgendeiner Großstadt dieses Landes werden entsprechende Böller für einen Terroranschlag gehalten und eine Massenpanik hervorrufen die dann die Polizei wie in München beim Amoklauf mit einem Großaufgebot so sehr beschäftigen werden und so enorme Kosten verursachen werden, dass man dem ganzen einen Riegel vorschiebt. Nicht direkt von ganz oben, eher so in kleinen Schritten.
Böllerverbot in der Altstadt, nächstes Jahr in der Innenstadt, danach im Stadtgebiet, dann vom 31.12. bis 1.1., dann vom 28.12. bis 2.1. und so weiter.
Ach Moment – das läuft schon? Die BLÖD veröffentlich den großen Böller-Atlas („Wo sie knallen dürfen – und wo nicht“)
Sehr gut.

Übrigens – Julia Klöckner – unsere Ernährungsministerin und Verbraucherschutzministerin die gegen eine Lebensmittelampel zur Kennzeichnung von ungesunden Lebensmitteln ist – die ist auch gegen ein Böllerverbot. Die ist auch der Meinung, dass man Ferkel auch ohne Betäubung kastrieren kann, das ist nämlich keine Tierquälerei. Stalleinbrüche von Tierschützern die Verstöße gegen den Tierschutz aufzeigen wollen will sie dagegen härter bestrafen lassen.
Diese Frau ist auch gegen eine Zucker-Steuer, obwohl wir wissen, dass zwischen Zuckerkonsum und Diabetes-Erkrankungen ein direkter Zusammenhang besteht.
Diese Frau ist auch gegen ein Verbot von Feuerwerk.
Das alleine sollte Warnung genug sein.

Ich gehe jetzt übrigens ins Bett, ich habe morgen 24-Stunden-Dienst.
Ihr Kinderlein kommet – aber nicht das Amputat vergessen!

Frag den @Narkosedoc – Twitter und ich.

Ich bin mal rüber zu diesem Twitter, habe die Decke abgezogen, entstaubt, frisch geölt, paar rostige Bauteile abgeschliffen und neu lackiert und – zack!

Der @narkosedoc zwitschert. Eine tolle Community dort, weitestgehend sehr höflicher und respektvoller Umgang, das gefällt mir. Klar, so ein paar Krakeelige sind auch dort dazwischen, aber in einem Wald voll zwitschernder Vögel muss man auch mal so einen röhrenden Hirsch verschmerzen können. Testosteron und so.

Ich habe dort eine Frage rausgehauen, Servicetweet quasi.

Was wolltet ihr immer schon vom Notarzt wissen?

Und jetzt geht es los.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Per Sie und in höflich. Ich sagte es ja, sehr netter Umgangston hier 😉

Es sind tatsächlich AutofahrerInnen, die mal eben schnell noch hier durch müssen. Da erlebt man alles. Auch wenn wir mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind erleben wir Linksabbieger die uns die Vorfahrt klauen oder viel zu spät an die Seite fahren. Überhaupt wird gerne gebremst, aber sonst passiert nichts. Also ich sag mal so – mitten auf der Spur stehen bleiben sorgt jetzt nicht direkt dafür, dass wir schneller voran kommen. Und dafür machen wir ja den ganzen Zirkus. Ich glaube das ist manchmal aber auch einfach Überforderung, deshalb bin ich da auch erstmal keinem böse.

<blockquote class=“twitter-tweet“ data-conversation=“none“ data-lang=“de“><p lang=“de“ dir=“ltr“>Ich stelle mir die Zeit im Krankenwagen bis man beim (schwerverletzten) Patienten ist sehr schlimm vor. Ich könnte unter einem solchen Stress kein Auto fahren. Wie geht ihr damit um und was sind die Gedanken bei der Fahrt? Übrigens, Danke für Eure Arbeit!! ❤️</p>&mdash; Lola77 (@aarven77) <a href=“https://twitter.com/aarven77/status/1070287480639946752?ref_src=twsrc%5Etfw“>5. Dezember 2018</a></blockquote>

Ja, das ist unangenehm. Vor allem wenn auf der Anfahrt dann weitere Infos von der Leitstelle an uns weitergereicht werden. SHT Kind auf dem Melder und dann „Patient trübt jetzt ein“ zu hören sorgt für zusätzliche Anspannung. Davon muss man sich aber auch ein wenig frei machen. Es bringt nichts, wenn wir auf der Anfahrt verunfallen. Ich bin heilfroh, dass ich eine/n FahrerIn habe. Bei Kindernotfällen nutze ich die Zeit und rechne anhand der bekannten Daten zum Patienten (Alter, manchmal sogar Größe und Gewicht) benötigte Medikamentendosierungen aus. Was soll ich auch sonst machen?

Ohweiaohjemine hilft ja auch keinem weiter. Ein Mindset für die Narkose machen hilft hingegen schon. Manchmal sprechen wir uns auch ab welche Zielkliniken geeignet werden, ob wir noch den Hubschrauber dazu nehmen und ähnliche Sachen.

Nein.

Aber die Antwort hättest Du Dir ja auch selbst geben können, also hier nochmal in ausführlich. Appelative Suizide („Hilfeschreie“) sind meist sehr offensichtlich. Diese Patienten wollen aber auch meist gar nicht sterben sondern senden einen Hilferuf. Ritzen am Unterarm und sowas. Muss man total ernst nehmen und das tun wir auch.

Echte Suizidversuche können auch soweit fortgeschritten sein, dass der Patient selber nicht mehr befragt werden kann. Bei bewusstlosen Personen checken wir aber immer erst die eigene Sicherheit (CO? Andere Gase? Stromunfall?) und dann die Umgebung z.B. auf leere Tablettenblister oder ähnliches.

Meist gibt es irgendein kleines Detail was nicht stimmt oder jemanden aus dem Team stutzig werden lässt und dann kommt man meistens doch drauf. Auch deshalb sind wir ein Team und nur gemeinsam so richtig gut.

Der Tweet von @raphibuffy erinnert mich an ein sehr unschönes Erlebnis. Ein eingeklemmter LKW-Fahrer dessen Kopf unverletzt geblieben ist, der aber unterhalt der Brust von seinem Lenkrad eingeklemmt war. Der Unterkörper war nicht mehr durchblutet. Es stand zu befürchten, dass der Patient sofort innerlich verblutet, sobald wir das Lenkrad wegnehmen. Der konnte noch mit uns sprechen und war sich dennoch bewusst, dass hier sein Leben zu Ende geht. Wir haben noch mit ihm gesprochen, die Personalien aufgenommen und ich gebe zu, dass ich ihm ein bißchen mehr Hoffnung gemacht habe als angemessen gewesen wäre. Er erzählte nichts von einer Familie sondern nur, dass wir seinen Spediteur informieren sollen, dass er einen Unfall hat. Ich habe ihn versucht verbal abzlenken und ihn medikamentös abgeschirmt, also schmerzfrei gemacht. Als wir das Lenkrad ganz leicht nach vorne gezogen haben wurde er schlagartig weiß und bewusstlos. Man hat hinterher einen Abriss der Hauptschlagader festgestellt, das wäre mit dem Leben nicht vereinbar gewesen. Wir können eben leider nicht allen helfen. Das muss man akzeptieren können. Einfach ist das trotzdem nicht.

Indem man darüber redet. Ich rede darüber lieber mit meiner Frau als mit meinen Arbeitskollegen, aber das muss jeder für sich selbst rausfinden.

Viele flüchten sich auch in den Sport.

Was auch hilft – ein routiniertes Abschiedsritual. Melder abgeben, Klamotten ausziehen, Duschen (und die Sorgen „abwaschen“), bequeme Alltagskleidung an, laute Mucke für den Nach-Hause-Weg und dann zu Hause ankommen.

Es gab auch schon Tage an denen ich gesagt habe – heute gehen wir gemeinsam richtig lecker Essen. Einfach um das Leben zu feiern. Bewusst einen Kontrapunkt setzen zu den manchmal sehr traurigen (oft aber auch sehr lustigen 😉 Eindrücken.

Aber ja, leider. Viel zu oft.

Ich versuche das immer ein wenig zu bremsen, ehrlich. Ich finde es dem Leitstellendisponenten gegenüber unfair. Die müssen am Telefon entscheiden ob das ein echter Notfall ist oder nicht. Und wenn sie weniger als den Löschzug+RTW+NEF raus schicken müssen sind sie am Ende noch haftbar dafür. Nee, ich sage immer – lieber ein einfacher Notfall und schnell wieder ins Bett als irgendwas superschlimmes kompliziertes. Freuen wir uns doch einfach, dass es glimpflich ausgegangen ist und tschüss, ruhige Nacht noch. Hilft ja sowieso nichts sich aufzuregen, passiert ist passiert.

Weil ich verdammt stolz bin ein Teil der Luftrettung zu sein. Ich habe nirgendwo vorher ein so professionelles Team erlebt. 100% Verlässlichkeit von jedem Teammitglied. Herausforderungen die uns oft medizinisch und menschlich ans Limit bringen aber die wir gemeinsam zu bestehen versuchen.

Ein Team in dem wir offen mit Fehlern und Beinahe-Fehlern umgehen. Und ein tecnisches Hilfsmittel (der Hubschrauber) welcher wahrscheinlich eine der komplexesten Maschinen ist, die der Mensch je geschaffen hat. Und den der Pilot exakt dahin stellen kann wo er/sie das möchte.

Übrigens – jeder von uns in diesem Team ist so begeistert von der Luftrettung. Wir sind jeden Tag dankbar dafür, dass wir unseren Traum wahr machen konnten. Diese Begeisterung geben wir auch gerne weiter. Komm doch mal vorbei, wenn wir in Deiner Nähe landen 😉

Das entscheidet die Leitstelle je nach Notruf. Es gibt bestimmte Stichwörter bei denen der Disponent einen Notarzt mit raus schicken muss. Luftnot, Sturz aus großer Höhe und solche Dinge. Manchmal ist es auch Ermessenssache.

Ich habe das als Notarzt noch nicht erlebt. Aber auf einer Intensivstation. Ich musste ihn notfallmäßig intubieren, er war auf dem Weg in den OP. Keine Zeit für ein Telefonat, keine Angehörigen vor Ort. Ich habe ihn gefragt, ob er mir noch was sagen möchte weil seine Karten ziemlich schlecht standen. Ich habe das was er mir gesagt hat dann genau so seiner Frau gesagt und ich hatte noch nie so einen dicken Kloß im Hals.

Es war sehr schön und es war sehr traurig und am Ende waren es tatsächlich seine letzten Worte. Das klingt total kitschig und es riecht sehr danach als wenn ich mir das so ausdenken würden aber wer in der Notfall- und Intensivmedizin arbeitet weiß – so absurd und so brutal wie die Realität manchmal ist können wir uns das gar nicht ausdenken.

Falls es wirklich um „Kochsalzlösung“ geht, also NaCl-Infusion kann ich nur sagen – damit kann man Nudeln kochen, mehr nicht. Der Erfolg dieser Infusion ist wohl dem Erfinder zu verdanken, der die Plörre als physiologische Kochsalzlösung vermarktet. Physiologisch klingt natürlich und ist besser als pathologisch. Kochsalz kennt man aus der Küche, das kann so schlimm nicht sein. Und eine Lösung suchen wir ja meistens im Leben.

Soll man nicht geben, niemals. Auch nicht bei Dialysepatienten.

Hier gut nachzulesen:

http://www.wains-world.de/2014/11/03/chips-und-erdbeeren-niemand-braucht-nacl/

Das ist mir tatsächlich noch nie begegnet. Ich werde aber zukünftig mehr darauf achten, sollte mir ein Smartphone vor die Füße fallen.

Wie ist das bei anderen Blaulichtern? Ist das jemandem von Euch schon mal da draußen begegnet und habt ihr daraus echten Nutzen gezogen? Hat es ggf. sogar die Therapie verändert?

Tät mich interessieren tun.

*war vor 2 Wochen auf einer notfallmedizinischen Workshop zum Thema Geburt im Notarztdienst

*googlet „regelmäßig“

Eine von mir sehr geschätzte Kollegin ist Geburtshelferin und Gynäkologin. Sie ist der festen Überzeugung, dass alle präklinischen Geburten gemeinsam haben, dass die strahlenden Protagonisten welche das Kind dann in der Klinik abgeben allerhöchstens Zuschauer eines spontan ablaufenden Naturereignis sind dem sie in Ihrer Funktion als Rettungsdienst zufällig beiwohnten.

In der Kurzfassung kann man sagen – eine normale Geburt erfordert fast kein Eingreifen von außen, das Kind wird seinen Weg finden. Und jetzt warte ich auf die Hebammen die mich verhauen. 😀

Aber im Ernst – komische Sternenguckerlagen und Schulterdystokien – da sind wir doch alle komplett aufgeschmissen. Auch die Anästhesisten, weil man das Problem nicht mit einem Tubus lösen kann 😀

Und zum Schluss weil es das ganze so schön abrundet:

Ja Mann.

Danke sagen, dankbar bleiben.

Die letzten Jahre musste ich immer an Weihnachten arbeiten. Entweder Heiligabend oder am 1. Weihnachtsfeiertag.
Ich werde dieses Jahr an Weihnachten Dienst „light“ arbeiten. Heiligabend frei, 1. Weihnachtstag frei, am 2. Weihnachtstag dann Tagdienst. Das ist vollkommen okay für mich, ich bin froh, dass ich Heiligabend und den 1. Weihnachtsfeiertag mit meiner Familie verbringen kann. Eigentlich möchte ja jeder an Heiligabend und am 1. Weihnachtstag frei haben. Manche fahren nach Hause zur Familie, ich habe auch schon von Abi-Treffen an Weihnachten gehört (weil ja alles ins Dorf zurück kommen). Selbst unsere KollegInnen muslimischen Glaubens machen ungern an Weihnachten Urlaub. Sie feiern zwar kein Weihnachten, genießen aber die festliche, winterliche Atmosphäre.
Wirklich freiwillig ist also keiner an Weihnachten im Krankenhaus. Die Patienten schon gar nicht. Spätestens am Vormittag von Heiligabend wird nochmal Patient für Patient durchgeschaut ob es irgendwie möglich ist eine Entlassung (wenn auch nur für ein paar Tage) verantworten zu können. Über die Unfreiwilligkeit dieser Zwangsgemeinschaft und die besondere Atmosphäre dieser Tage habe ich an anderer Stelle schon mal was geschrieben, das würde ich auch heute so noch unterschreiben. Es bleibt etwas besonderes und es ist auch ein besonderes Gefühl für diese Menschen da zu sein, die nicht anders können. Die komplett auf uns angewiesen sind, deren Leben davon abhängt, dass wir da sind und für sie sorgen, für sie kämpfen.
Wenn dann an Heiligabend alle home-for-christmas-driven und ich in die Gegenrichtung fahre, dann fühlt es sich immer ein bißchen traurig an. Gleichzeitig habe ich ein gutes Gefühl. Ich weiß, dass wir heute keine Lapalien behandeln sondern wirklich nur die, bei denen es nicht mehr anders geht.
Operative Eingriffe legen wir soweit mediznisch vertretbar auf den 23.12. oder den 25.12., so dass auch unsere Intensivpatienten am 24.12. mit ihrem Besuch ein bißchen Zeit verbringen können.
In diesen Diensten ist dann manchmal auch sowas wie Zeit für die Patienten und Angehörigen da, was man sich sonst oft wünscht, sich aber kaum realisieren lässt.
Wir haben einen hauseigenen Gospelchor, der meist schon im September mit den Proben für Weihnachten anfängt und wirklich gut singt. Die singen dann unten im Forum aber auch auf jeder einzelnen Station mindestens zwei bis drei („Zu-ga-be!“) Lieder. Das ist ein enormer Einsatz.
Ich werde an Weihnachten an die Polizisten, die Mitarbeiter in der stationären Altenpflege, die Mitarbeiter in den Jugendwohnheimen, den Sozialstationen und den Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen. Die Busfahrer, die Pilotinnen und die Zugführer, die uns an Weihnachten nach Hause bringen. Ein Freund von mir wird im Kraftwerk sitzen, Spitzenleistungen abfangen, Strom umleiten und dafür sorgen, dass unser Baum am Heiligabend schön leuchtet. Unzählige Gesprächspartner sitzen bei der Telefonseelsorge bereit und haben ein Ohr für einsame Menschen. Was für eine wertvolle Aufgabe!
Da fehlen noch ein paar mehr. Die Mitarbeiter aus dem Radio und dem Fernsehen zum Beispiel. Oder die Einzelhandelsfachverkäuferin die an der Kasse sitzen muss, weil der REWE bis 22 Uhr geöffnet hat. Egal ob Kunden kommen oder nicht.
Das macht dann schon wieder nachdenklich, ob das wirklich so sein muss, dass man am 24.12. um 21 Uhr eine Fleischwurst kaufen kann. Oder Chips.
Die Polizisten, der Rettungsdienst, das sind die stillen Helden. Die müssen ja, Leben und Tod und so weiter. Aber der kleine Kassierer beim Penny um die Ecke? Hat der denn eine Wahl? Müssen die denn auch? Ja, sie müssen. Aus verschiedensten Gründen.
Unsere Welt hat sich verändert, 2018 haben wir so manchen Wahnsinn der vom Präsidenten mit dem hirnorganischen Psychosyndrom vertwittert wurde nur noch ein müdes Lächeln übrig gehabt. Der Wahnsinn ist zum Alltag geworden, das Fahrgeschäft hat auf Turbo geschaltet.
Als vor ein paar Jahren jemand sagt „jetzt sind die guten alten Zeiten von denen wir in ein paar Jahren sprechen werden“, da haben wir gedacht, das kann nicht sein. Und heute sagen wir – so war es. Ich erinnere mich an Diskussionen während meines Krankenpflegepraktikums im 1999/2000 und da wurde schon geschimpft. Internistische Station, 14 Zimmer, maximal 36 Patienten, wir waren mit 9 Leuten im Frühdienst, 6 Examinierte, 2 Schüler und ich. Heute wuppen die das im Frühdienst manchmal zu dritt. Zwei Examinierte, eine Schülerin. Fertig.
Wir sollten wachsam sein, aufeinander acht geben. Nicht nur aufs Recht bestehen sondern etwas Gutes tun. Der Chemokasper zum Beispiel hat in der Nacht einen quasi unsichtbaren – weil komplett in schwarz gekleideten – Fahrradfahrer auf einer dunklen Strecke mit dem Auto Geleitschutz gegeben. Das sind für mich moderne Ritter! Lasst uns mehr aufeinander achten.
Sei ein Ritter, sei eine Ritterin.
Und ruf Mama und Papa mal wieder an, sie freuen sich. Nebenbei kannst Du vielleicht am Telefon das WLAN reparieren, das geht schon wieder seit Tagen nicht. Aber das ist eine andere Geschichte.
Frohe Weihnachten und eine ausgeglichene bis positive Kalorienbilanz wünscht,

der Narkosedoc