Fernsehtipp (Feuer & Flamme, WDR)

Wer sich für Feuerwehr, Rettungsdienst und Notfallmedizin interessiert ist bestimmt schon längst drüber gestolpert. Ich bin ein großer Fan der Serie „Feuer & Flamme“, immer Montagabends 20:15 Uhr im WDR.
Begleitet wurde die Feuerwehr Gelsenkirchen über fünf Monate und es wurden über 1000 Stunden (!) Material gesammelt. Ein ansehnlicher und hochwertiger Mix aus Videoaufnahmen die unter anderem mit Drohnen oder Bodycams aufgenommen wurden bilden eine für Dokumentationen ungewöhnlich hohe Bildqualität.
Durch die Bodycams ist der Zuschauer nicht nur dabei, sondern mitten im Einsatz. Die Protagonisten sind genau der Schlag Feuerwehrmänner wegen derer ich so gerne bei der Feuerwehr als Notarzt mitfahre. Herzlich, zupackend, im richtigen Moment auch mal rau und immer mit vollem Einsatz dabei.
Ja, es sind tatsächlich fast ausschließlich Feuerwehrmänner dabei, das entspricht wohl dem Berufsbild welches immer noch zu selten von Frauen ergriffen wird.
Die Reportage ist unaufgeregt und relativ ungefiltert. Vom eigenen Erleben her kann ich sagen, dass ich selten mal eine Doku gesehen habe die so realistisch den Arbeitsalltag zeigt. Vom hochaufwändigen  Verkehrsunfall mit maximaler Schadenseinwirkung und vollem Materialeinsatz bis zum Fehlalarm zeigt die Doku sehr gut und vor allem repräsentativ die ganze Bandbreite. Auch die „Ich brauch mal jemanden zum Reden“-Einsätze die wir alle kennen.
Meine uneingeschränkte Empfehlung!
Alle Folgen auch in der Mediathek hier:

http://www1.wdr.de/fernsehen/feuer-und-flamme/index.html

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Glück gehabt.

Ich berichtete von den vier Phasen.
An dieser Stelle möchte ich von meinem persönlichen Waterloo berichten.

Zur Vorgeschichte:
Ich habe zwei Einsätze gefahren, wo ich nichts machen musste. Keine Notarztindikation. Beim dritten Einsatz wurde ich auf der Anfahrt abbestellt. Ein öder Tag. Keine Medikamente gegeben, noch nicht mal einen Zugang gelegt.
Der vierte Einsatz:

Einsatz NEF SoSi Mehrfach SchniekesdorfamRandederStadt Schniekestraße 88 Dyspnoe, 45j.:

Beim Eintreffen des Notarztes (das bin ich!) läuft der Patient gerade im Morgenmantel (es ist halb zwei am Mittag) in den RTW. Der Patient und der Rettungsassistent berichten im Wechsel, dass der ca. 45-jährige Morgenmantelmann schon gestern so ein Pfeifen auf den Ohren gehabt habe und irgendwie sei ihm auch so schwindelig gewesen. Im Moment sei es wieder gut, ein bißchen Schwindel habe er noch, aber gerade sei ihm dann auch noch schlecht gewesen und dann habe er den Rettungsdienst angerufen. Der Morgenmantelmann hatte nämlich schon mal einen Herzinfarkt vor vielen Jahren und da war das so ähnlich.
Allergien gab es keine, die Vorgeschichte hatten wir, Medikamente nimmt er außer gelegentlich Viagra keine, das EKG war normal, der Blutdruck mit 185/110 mmHg deutlich erhöht. Keine fokal neurologischen Defizite, keine Dyspnoe, kein Brustschmerz, kein Hinweis auf ACS oder Lungenembolie.
Ich war auf der Schiene hypertensive Entgleisung und um im nun vierten Einsatz als Notarzt (hey!) endlich mal etwas tun zu können, habe ich einen Hauch Ebrantil gespritzt (kein Nitro, da Sildenafil in der Vormedikation). Einen Hauch, 10 mg, es war mir selbst etwas peinlich.

Der Patient wurde kaltschweißig. Die Frequenz fiel und fiel, ich war hellwach, liess den zweiten RA nach hinten kommen, Atropin, Herzfrequenz Patient bei 25/min, Narkosearzt bei 180/min, Akrinor, Reanimationsbereitschaft. Mir ist so dermaßen das Herz in die Hose gerutscht! Ich habe für den Morgenmantelmann gebetet, gehofft, dass er jetzt mal diese etwas übertriebene Simulation beendet.
Der Patient erholte sich. Beim Akrinor meinte er noch, ob das denn nicht jetzt so langsam mal genug Medikamente seien. Mir war das ganze sehr peinlich.
Wir sind mit Sondersignal in die Klinik gefahren (was ich sonst fast nie mache) und ich war froh, einen stabilen, subjektiv beschwerdefreien (!) Patienten abzuliefern.
Was ist schief gelaufen:
Ich habe wirklich viel über dieses Ereignis nachgedacht. Ich weiß nicht, ob es ohne das Ebrantil auch zu dem Ereignis gekommen wäre. Wahrscheinlich hatte der Patient eine ähnliche Episode zuhause, nur war eben zu dem Zeitpunkt kein Monitor dran und er fühlte sich nur etwas unwohl.

Worum es mir geht: ich hätte gar nicht unbedingt etwas spritzen müssen. Ich habe mich übertrieben sicher gefühlt, habe einfach mal so ein Medikament gespritzt obwohl es nicht unbedingt hätte sein müssen. Ich habe den Patienten unnötig in Gefahr gebracht, obwohl der hohe Blutdruck gar nicht so furchtbar schlimm war.
Es war dumm von mir so zu handeln und es hat mich demütig gemacht.
Ich bin vor einer Katastrophe bewahrt geblieben und habe trotzdem lange an der Geschichte arbeiten müssen.

Mein Fazit:
– Primum non nocere. No further harm. Nenne es wie Du willst: füge dem Patienten keinen weiteren Schaden hinzu.
– Versuche immer so zu handeln, dass Du es für Dich und den Patienten und die Angehörigen und Dein Gewissen auch im Rückblick rechtfertigen kannst
– Rufe Dir die Situationen des Nearly-Fail lebhaft ins Gewissen wenn alles so sicher und routiniert erscheint – das wird es nie sein!

Ich habe ein starkes Vertrauen darauf, dass da ganz oben jemand sitzt der Höher ist als all meine Vernunft und der auf mich und meine Patienten aufpasst und der unser Arzt ist. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Notfall? Sanitäter!

Der Krangewahrefahrer (großartiger Name im übrigen, oder?) hat in seinem Blog einen Kommentar zum kommenden „Notfallsanitäters“ geschrieben.
Die von ihm geschilderten Gedanken auch zu den Stellungnahmen meines Berufsverbands, bzw. der „Ärzteverbände“ entsprechen durchaus in großen Teilen dem, was ich in letzter Zeit im Pausenraum höre, wenn es um dieses Thema geht.

Wer noch so gar kein Bild dazu hat, möge mal bitte diese wie ich finde sehr übersichtliche Zusammenfassung zu dem komplexen Thema lesen:
http://news.doccheck.com/de/6184/notfallsanitatergesetz-irrungen-und-wirrungen/

Im folgenden möchte ich mal meine höchst subjektive Meinung darstellen. Diese Meinung entspricht nicht meinem Berufsverband und sicher auch nur einem Teil der aktiven Notärzte.

Ich habe in meiner Ausbildung die Erfahrung gemacht, dass eine gesunde Balance zwischen der Komplexität der übertragenen Aufgaben und dem eigenen Ausbildungsstand die größte Motivation schafft, sich stetig weiterzubilden und die eigenen Fähigkeiten zu verbessern.
Im Klartext: wenn mir Aufgaben übertragen werden, bin ich bestrebt dazu diese nach bester Zufriedenheit aller Beteiligten zu erledigen. Für den Patienten (der mir vertraut), für meinen Vorgesetzten (der mir das zutraut) und nicht zuletzt auch für mich selbst.

Ich habe umgekehrt die Erfahrung gemacht, dass wenn man einzelnen Personengruppen – z.B. aus Kompetenzgerangel – Aufgabenbereiche wegnimmt, die Stimmung schnell dahin kippen kann dass nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht wird.
Ich habe während des Studiums mal auf einer Station gearbeitet, auf der die Blutentnahmen von den Pflegekräften durchgeführt wurden. Hat dem Arzt Arbeit gespart, den Krankenschwestern Spaß gemacht und alle waren glücklich. Bis ein einzelner Patient sich bei der Pflegedienstleistung beschwerte (er hätte da SOOOO einen großen blauen Fleck, das wäre ja noch nie bei einem Arzt passiert blablaschwachsinnbla) und daraufhin die längste Zeit von der Pflege Blut abgenommen wurde. Mehr Arbeit für den Arzt, weniger Zeit für andere Aufgaben, erhöhte Frustration bei den Krankenpflegenden. Das geschah dann so oder ähnlich noch bei einigen anderen Dingen und am Ende waren alle frustriert. Eine ähnliche Entwicklung sehe ich im Rettungsdienst.

Wir haben eine Bevölkerung die immer älter wird,  die Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigen von Jahr zu Jahr und es gibt immer mehr zu tun. Auf der anderen Seite gibt es jetzt schon viel zu wenig Ärzte, ganz zu schweigen von den Notärzten und wir können dankbar sein für jeden der diesen Job freiwillig und zusätzlich zur normalen Krankenhausarbeit gegen eine meist verhältnismäßig geringe Bezahlung ableistet.

Wir können noch viel dankbarer sein für all die Mitarbeiter des Rettungsdienstes die oft für die allgemeine Bevölkerung unsichtbar Menschen aus ihrer Wohnung ins Krankenhaus transportieren. Mitarbeiter des Rettungsdienstes bringen den eingekoteten Messi ins Krankenhaus. Sie fahren die 180kg-Patientin zur Dialyse. Sie fahren tagsüber mit massiv erhöhtem Unfallrisiko unter Inkaufnahme eines Schadens für ihre eigene Gesundheit durch den Berufsverkehr. Und das in familienunfreundlichen Wechselschichten bei einer sehr überschaubaren Bezahlung.

Ich habe die Mitarbeiter des Rettungsdienstes als sehr verantwortungsbewusste, hauptberufliche Helfer kennengelernt, die den Sinn ihrer Arbeit eben darin sehen, Menschen ihre Angst, Schmerzen und medizinischen Akutprobleme zu nehmen. Es ist eine Schande, wenn wir diesen exzellent ausgebildeten Rettern die Kompetenz absprechen, lösbare Probleme zu behandeln.
Wir reden hier nicht von medizinischen Laien sondern von exzellent ausgebildeten Profis der Notfallmedizin, die – dann in einer dreijährigen Ausbildung – für alle Eventualitäten medizinischer Notfälle ausgebildet werden. Diese Mitarbeiter zu reinem Assistenzpersonal zu degradieren ist eine Frechheit.
Wann immer ich als Notarzt Aufgaben an Rettungsassistenten delegiere, werden diese mit höchster Aufmerksamkeit und Präzision erledigt. Manchmal ernte ich ungläubige Blicke, wenn ich den RA bitte z.B. den Zugang zu legen. Ein Teamleader sollte aus meiner Sicht auch in der Lage sein Aufgaben abgeben zu können.

Die Delegation von Aufgaben fängt nicht im Wohnzimmer des Patienten als Notarzt im Rettungsdienst an sondern bereits in der politischen Grundsteinlegung. Der Gesetzgeber ist gefordert den Mitarbeitern des Rettungsdienstes den Rücken zu stärken und eine Grundlage zu schaffen, den Patienten vor Ort mit der bereits vorhandenen medizinischen Kompetenz und dringend benötigten juristischen Sicherheit helfen zu können.

Und dann wird es an den Notfallsanitätern liegen, diese neu übertragene Verantwortung gewissenhaft auszufüllen. Eine schwierige Aufgabe, insbesondere da die Erwartungshaltung hoch liegt und gerade die aktuellen, sehr kritischen Stellungnahmen z.B. ärztlicher Berufsverbände darauf schließen lassen, dass man dort auf Zwischenfälle lauern wird.

Ich freue mich darauf mit motivierten Notfallsanitätern diese Aufgabe anzugehen.
Ihr schafft das! Meinen Segen habt ihr 😉

Prüfen, rufen, drücken. Gutes Ding.

Zitat:
„Vom 16.09. bis 22.09.2013 findet die Woche der Wiederbelebung unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit statt. Das ist zugleich der Start für die Kampagne Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen und zum Handeln zu motivieren. Möglichst viele Menschen sollen geschult werden. Reanimation ist einfach. Jeder kann es tun. Jeder Kann eine Leben retten.
Mit einer Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer direkt vor Ort des Geschehens könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden.“
(Quelle: http://www.100-pro-reanimation.de)

Ich halte das für eine sehr, sehr gute Aktion und möchte diese Aktion aufs Schärfste unterstützen! Wenn ich als Notarzt zu einem Herz-Kreislaufstillstand gerufen werde und es hat noch keiner angefangen zu „drücken“, ist der Drops schon so gut wie gelutscht. Klar, das Herz bekommt man sogar relativ oft nochmal wieder zum schlagen, aber bis dahin ist so viel Gehirn abgestorben, dass viel zu oft ein irreparabler Schaden entstanden ist. Und wir reden hier von Wachkoma, nicht von leichter Vergesslichkeit.
Mitmachen ist angesagt! Ich weiß, dass in unserem Krankenhaus vom 16. – 22. September täglich (!) ein Reanimationsgrundkurs angeboten wird und von befreundeten Anästhesisten weiß ich, dass die ähnliche Aktionen haben.
Also informiert Euch doch mal kurz im Krankenhaus in Eurer Nähe ob die da auch mitmachen.
Reanimation ist genauso einfach wie wichtig. Danke an alle die mitmachen!

100 pro Reanimation

100 pro Reanimation. Ein Leben Retten.

Probleme.

###NA Intern Sonstwo Van Aalensen Herzinfarkt SoSi Mehrfach:

Schon die Fahrt zu unserem Patienten war etwas besonderes. Es war Nacht, es war Winter und es lag eine Menge Schnee in der Lanschaft rum.
Alles wird für einen Moment blau und verschwindet dann wieder in der Dunkelheit.
Nichts von dem was ich schreibe ist übertrieben, geschönt oder aufgeblasen. Wie sonst auch. Muss man im Rettungsdienst auch nicht, das echte Leben ist absurd genug.
Wir fuhren den Hof über eine mit weißem Kies gesäumte Einfahrt an. Im Halbdunkel links nahm ich eine große, dunkle Limousine war. Vor dem Haus parkte bereits der RTW, wir stellten uns dahinter, Platz genug wäre noch für den gesamten Löschzug gewesen.
Hinter der Tür gab es eine Eingangshalle. Etwas anderes als Halle trifft es einfach nicht. 20m breit, 15m hoch, beidseits ein imposanter Treppenaufgang. Zum Glück gab es hier viel Platz für Kunst. Da hingen echte, originale Gemälde und zwar nicht von Künstlern der lokalen Volkhochschule sondern solche die man woanders als Poster kaufen kann.
Unser Patient wartete bereits im Obergeschoss auf einer Art Liegewiese (unter einem „Bett“ stelle ich mir etwas schnöderes vor) und war offensichtlich nicht gut dran. Kaltschweißig, blass und kurzatmig präsentierte er sich als offensichtlicher Stammkunde umliegender Fachkliniken. Der Pat. nahm uns viel Arbeit ab indem er gleich mal den Fahrplan festlegte.
„Ich habe einen Herzinfarkt und ich muss nach Bad Oeyenhausen“. Dazu muss man sagen, dass Bad Oeyenhausen sicher eine exzellente Wahl für diesen Patienten gewesen wäre, sich aber leider in einer Entfernung im dreistelligen Kilometerbereich befindet. Für uns und mit diesem Patienten unerreichbar.
Mein Versuch den Pat. davon zu überzeugen mit uns in eine sehr gute Klinik der Maximalversorgung direkt in der Nähe mitzukommen schlug fehl. Der gut gemeinte Tipp, dass man nach Bad Oeyenhausen ja einen Hubschraubertransport benötigen würde wurde von ihm gar nicht als Problem wahrgenommen. Er zählte flux die Mannschaft durch und gab seiner Frau bekannt, Anja (Concierge?Privatsekretärin?) solle umgehend einen Hubschrauber – nein, halt, wir sind ja zuviele für einen Hubschrauber – besser zwei Hubschrauber bestellen. Gut, es war nachts, es gab natürlich keinen Hubschrauber (für diesen Patienten…) und wir entschieden uns für den naheliegenden Maximalversorger.
Der Rettungsassistent wollte dafür kurz mit der Leitstelle sprechen. Da unsere Handys im ländlichen Bereich nicht funktionierten bat er darum kurz das Telefon benutzen zu dürfen. Er verschwand daraufhin für ein paar Minuten im Büro – und kam deutlich blasser zurück.
Wir brachten den Pat. ins Krankenhaus, es erfolgte die infarkttypische, weitere Therapie.
Es war sein dokumentierter und amtlich beglaubigter vierter Herzinfarkt bei Z.n. 3-Gefäß-KHK (mehr geht nicht) mit Z.n. Bypass-OP und Revision einer Bypass-OP… kurz gesagt, der Mann war todkrank. Letztlich muss man sagen, dass dem Mann mit diesem Herz nicht mehr viel Zeit blieb.

Auf dem Rückweg erfuhr ich dann auch warum mein Fahrer so blass aus dem Büro zurückkam.
„Du glaubst mir das nicht.“
Hau raus…
„Narkosearzt, auf dem Schreibtisch lag ein Zettel.“
Sachen gibts.
„Da stand was drauf“.
Ist der Sinn eines Zettels. Jetzt musst Du liefern…
„Rücksprache Bank erbeten, Finanztransfer empfohlen. Girokonto > 1,5 Mio.€“.
Das sind Probleme!

Notarzt? Sind sie richtiger Arzt? 10%-Wissen in der Notfallmedizin Teil 1.

Hat sich eigentlich mal jemand die Mühe gemacht, all die Mysterien, Halb- und Komplettunwahrheiten des Rettungsdienstes aufzuschreiben? Hier eine unvollständige Liste. Ein Anfang.

Ein Notarzt ist ein Arzt ist ein Notarzt.
„Kommt denn gleich auch noch ein richtiger Arzt?“
„Muss man dafür Medizin studieren?“
„Sind Sie denn schon fertig mit der Arztschule?“ (mein Lieblingssatz! Sollte es mir zu wundern geben, dass ich das öfter höre? Egal, ich schweife ab…)
Das sind nur einige der Sätze die ich quer durch die Bank – teilweise schon mehrmals – von Menschen gefragt worden bin. Ich meine, woher kommt das? Ein Notarzt sollte sechs Jahre Studium, ein praktisches Jahr, 18 Monate klinische Tätigkeit und und und… vorweisen können, bevor er auf die Menschheit losdarf.
Wie kommt man auf die Idee, dass man sich „ARZT“ auf den Rücken schreiben darf ohne ein Arzt zu sein? Als Heilpraktiker benötigt man als zwingende Voraussetzung nur einen Grundschulabschluss, das medizinische Ansehen erscheint mir manchmal trotzdem weit höher. Ich sollte mir „Notfallheilpraktiker“ draufschreiben lassen. Gleich mal beim Reflexfoliendrucker meiner Wahl nachfragen…

Geht das nur mir so? Oder erleben das andere Notärzte auch? Und was muss man sich denn z.B. so als Rettungsassistentschrägstrichhelferschrägstrichsanitäter anhören lassen?

Vorstellung.

Notgeburt, Notabitur, Notarzt. So hat es mal jemand mit karnevalsdröhnendem Kalauerpotential ausgedrückt.
Tatsächlich bin ich nach Arztschule („Sind sie denn schon fertig mit ihrer Arztschule?“), Famulaturen („Was sind sie?“), PJ („Was SIND sie?“) endlich am Ziel meiner Träume im Land der Träume – in der Anästhesie gelandet.
Und dies ist mein Blog.
Ich werde über den manchmal schwer zu bewältigenden Alltag aus einem der vielen Krankenhäuser am Rande der Stadt, aus dem manchmal schwer zu verstehenden Irrsinn des Rettungsdienstes in einem Landkreis am Rande der großen Stadt schreiben und über alles was sich in dem Dunstkreis der anderen Themengebiete tummelt.
Über Kommentare, Kritik und Feedback sortierter Art freue ich mich immer.
Einen schönen Tag, herzlichst,

Der Narkosearzt